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Nach(t)gedacht

Es war der Mond,
der mit windstillem Flüstern
nach der Sonne rief.
Ich hörte sein Rufen
durch die bebende Nacht.
*
Nimm meine Hand,
bevor sie im Nebel der Zeit verschwindet
und lass uns gemeinsam
über tauschwere Halme springen,
auf dem Haupt der knorrigen Riesen
nach Wolkendrachen Ausschau halten,
uns auf ihren Rücken schwingen
und auf Sternen tanzen,
den bleichen, stillen Wächtern
des Novembertraums.
*
Der Märchenmund lacht,
als wir ihm von dem Funken erzählen,
der das Meer abkühlte,
er schenkt uns einen Traum
vom Trauermond
der beschloss Licht zu werden
und schüchtern die Erde küsste.
*
Reich mir deine Wolkenfinger,
folge mir
in den Nebel der Vergangenheit,
die nie Zukunft werden wollte,
lass uns träumen
von der Welt,
in der die Zeit
mit der Ewigkeit tanzt
und der Mond andächtig den Atem anhält
um die Nacht nicht zu wecken…

lass es los…

Das Herz ist schon ein seltsam massochistisches Organ. Es denkt nicht einmal daran, auf die Ratschläge des Kopfes zu hören, der verzweifelt versucht, über den Ohrenbetäubenden Lärm des pochenden Herzens hinwegzuschreien. Aber Liebe macht nicht nur blind, sondern auch taub, so versteht es die Warnungen des Kopfes nicht, missachtet die Vernunft und weigert sich, sich das Offensichtliche einzugestehen. Es verschließt die Augen vor den Dingen, die es nicht bereit ist zu erkennen und klammert sich an die Hoffnung, die der Kopf schon seit langem aufgegeben hat. Es will nicht loslassen, will nicht zurück in die eigene Brust , vielleicht hat es auch nur Angst, auf dem Weg fallen gelassen, mit Füßen getreten zu werden und im Straßengraben zu landen.

Gib mir mein Herz zurück, und zwar ganz!! Ich will ja gar nichts von Deinem, ich erwarte nichts von Dir, ich will nur, dass Du mir meines zurückgibst…mit einem halben Herz lebt es sich so schwer… Lass mich endlich los, lass mich gehen…

Ich  verbarg mein Federkleid unter einer Schicht aus Staub, damit sie den Glanz nicht erkennen konnten, der unter dem schützenden Mantel lag….

Sie lachten über meinen Gesang, neideten die sanfte Kraft meiner klaren Stimme, also schwieg ich und krächzte verhalten, wenn man mich dazu aufforderte…

Sie banden mir die Flügel und lehrten mich das Laufen, denn sie wussten, dass meine Kraft mich bis zu den Sternen tragen würde…

…Doch keine Ketten der Welt können die Flügel des Herzens an den Boden binden. Also schüttelte ich den Staub ab, breitete meine Flügel und sang das ewige Lied des Lebens, während ich mich in die Lüfte erhob und in die Ferne zog…

Farben sammeln

Der Herbst besticht durch eine unglaubliche Farbgewalt. Farbenmeer ist gar kein Ausdruck für die bunte Pracht aus flammend roten und goldenen Blättern, die sich scharf gegen das triste Grau des Abendhimmels absetzen. Der Wald steht in Flammen, die Baumkronen scheinen Feuer gefangen zu haben. Die Blätter lodern im Abendlicht wie hungrige Glut, zögern die frühe Dunkelheit des Herbstes noch für einen Augenblick hinaus.

Ich kann nicht umhin, jedesmal wieder den Atem anzuhalten, beim Anblick diese Farbspiels. Die zarten Übergänge, vom tiefen Grün der Tannen über dunkles Rot, bis hin zu leuchtendem Gold…es ist als hätte ein übermotivierter Maler ein bisschen zu energisch den Pinsel geschwungen und dabei ein wenig zu kräftige Farben verwendet, so unwirklich wirken die bunten Waldränder und betupften Berge. Jedesmal wieder entwischt mir ein: „Oh, schau mal, wie wunderschön, dieser Baum…einfach unglaublich, nicht wahr?“ Und jedesmal wieder ist es mir unverständlich, wenn ich nur ein verständisloses  „Hmpf…“ als Antwort bekomme. Wie kann einem diese Farbpracht nicht ins Herz gehen, die warmen Farben der Blätter, das prächtige Gewand der Bäume nicht die Seele streicheln und einem ein Lächeln auf die Lippen zaubern? Gerade im Herbst, wo einem die kalten Winde um die Ohren pfeiffen, man den Schal eng um den Hals schlingt und ein trüber Dunstschleier das ganze Land zu verschlingen scheint, wie kann man beim Anblick der Sonne, die einen einsamen Baum plötzlich leuchten und die Berge lodern lässt, nicht für einen Augenblick innehalten, und die ganze Schönheit des Herbstes einatmen und tief in sich aufnehmen?

Ich spaziere über den Teppich aus trockenem Laub, wirbele die Blätter auf, strecke die Nase in die Luft und sauge den modrigen Geruch von fauligem Laub in mich ein. Ich beobachte die Blätter, wie sie im Winde tanzen und spielerisch zu Boden kreisen, lausche auf das leise Flüstern des Windes, der zitternden Zweige und tanzenden Blätter, und ich lächle, weil in allem ein bisschen Magie steckt und ich den leisen Zauber der Welt wieder spüren kann…

Ich weiß nicht wie ihr das macht, aber ich sammle Farben für den Winter :)

andere welten

Es gibt Musik, die geht mir unter die Haut wie keine andere, verzaubert mich, entführt mich. Es gibt seltsamerweise keine Klänge, die mich mehr berühren, als diese alten Choräle…

Und nochmal, der Zauber alter Musik in einer neuen Welt:

Es ist Herbst!

Und weil es gerade so schön herbstlich ist und ich zur Zeit nicht sehr kreativ bin, bekommt ihr zur Abwechslung mal wieder ein Gedicht meines Lieblingsdichters:

Welkes Blatt (Hermann Hesse)

Jede Blüte will zur Frucht
Jeder Morgen Abend werden
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht
           *
Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren
Halte Blatt geduldig still
Wenn der Wind Dich will entführen
           *
Spiel Dein Spiel und wehr Dich nicht
Lass es still geschehen
Lass vom Winde der Dich bricht
Dich nach Hause wehen.

„Die Welt ist im Wandel, doch es ist der Morgen der anbricht, nicht der Abend!“

Herbstduft liegt in der Luft. Die kalten Winde berichten von bunten Wäldern und weißen Gipfeln, die Bäume flüstern von Eis und Stille. In einem letzten Aufbäumen gegen die bevorstehende Blässe des Winters kleiden sich die Blumen ein letztes Mal in ihre edelsten Kleider und recken ihre zarten Köpfe den sanften Sonnenstrahlen entgegen. Es ist ein letztes tiefes Luftholen, bevor sie der Hauch des ersten Frosts erstarren lässt und Eisblumen ihren Platz einnehmen.

Der Sommer tauscht seinen grünen Mantel gegen sein rot-goldenes Festtagsgewand und beginnt in majästätischen Schritten seinen Auszug aus den hiesigen Landen und macht sich auf den Weg in südlichere Gefilde. Die Wälder verabschieden den Sommerkönig mit einem Feuerwerk aus bunten Blättern, die in ihrem ersten und letzten Tanz Pirouetten drehend zu Boden kreisen, und dem Sommerkönig den edlen Teppich aus rotem Laub ausrollen.

Das ganze Land wartet, in einen Schleier aus blassem Dunst gehüllt, der sich zwischen Himmel und Erde geschoben hat. Das blasse Licht verleiht der Welt einen Hauch von Mystik und Verklärtheit. Der tiefe Herzschlag der Erde pulsiert im Inneren, der Atem der Welt wird ruhig und gleichmäßig. Alles kehrt sich nach Innen, sucht Zuflucht in der eigenen Wärme und Kraft, während die kalten Winde den Vormarsch des Winters verkünden…

Ich lausche dem Atem der Wälder, dem Rascheln des Laubs, das von meinen Schritten aufgewirbelt wird und um mich herum tanzt, dem leisen Flüstern der Wälder. Ich sauge den modrigen Geruch feuchter Blätter in mich auf, den Geruch von Ruhe und Verfall. Ich beobachte das Spiel der Blätter im Wind, ihren Kampf gegen die erbarmungslosen Finger des Windes, der nicht eher von ihnen ablässt, bis er auch das letzte Blatt vom Zweig gerissen hat. Ich sehe zu, wie sie sich schließlich seinen Armen anvertrauen und sanft und schwerelos zu Boden tanzen. Mein Blick wandert über das weite Meer aus leuchtenden Blättern, die von der goldenen Abendsonne in Brand gesteckt werden und ich lächle, weil ich weiß, dass die Welt nur in einen süßen Schlaf verfällt, aus dem sie im Frühjahr frisch und erholt aufwachen wird…

Also freue ich mich auf einen bunten Herbst, auf beißende Winde und Regenspaziergänge, den ersten Schnee und eine Tasse Tee am warmen Kamin. Es hat einfach keinen Sinn, sich die ganze Zeit nach dem Sommer zu sehnen, er ist vorüber, ehe man überhaupt richtig zur Kenntnis genommen hat, dass er bereits begonnen hat. Und auch Herbst und Winter haben ihre unvergleichlich schönen, einzigartigen Seiten, denen man gebührende Aufmerksamkeit und Dankbarkeit entgegen bringen muss :)

Über dieses Stöckchen bin ich bei der lieben Paleica gestolpert und da ich im Moment selbst nicht sehr kreativ bin, habe ich die Möglichkeit genutzt, um mich auf diese Art und Weise mal wieder zum Schreiben aufzuraffen.

Ich muss gestehen, es fiel mir schwerer als erwartet und einige Fragen bereiteten mir viel Kopfzerbrechen, aber letztendlich hab ich mich dann doch durch alle Fragen gekämpft. Die meisten könnte man ewig ausführen und ganze Romane darüber schreiben, aber fürs erste sollte das hier reichen.

Viel Spass beim Lesen und fühlt euch frei, dieses Stöckchen aufzusammeln!

35 Fragen über das Leben

Das Leben ist … unglaublich, atemberaubend, aufregend, verzaubernd, voller Wunder, niemals einfach und doch immer wert, dafür zu kämpfen. Es besteht nur aus einzelnen Augenblicken, die sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen, deswegen muss man jeden Augenblick zu etwas besonderem machen…

Sterben müssen heißt…loslassen und sich auf eine neue Reise zu begeben. Außerdem gibt uns nur das Wissen, dass unser Leben endlich ist, die Fähigkeit, das Leben zu genießen und als etwas kostbares anzusehen

Menschen können … lieben und hassen, erbauen und zerstören,  denken und die Gedanken nicht verstehen, lernen und werden doch nie klüger…

Menschen sollten … wieder mehr auf die Sprache des Herzens und der Natur, auf den Atem der Welt hören und den Lärm der Wirtschaft und Industriemaschinerien ignorieren

Die Welt braucht … mehr Vernunft und Liebe, Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein für die Natur und Mitmenschen 

Das wichtigste im Leben ist … zu leben und zwar niemals halb, sondern immer mit ganzem Herzen und sich niemals selbst aufzugeben! Und natürlich die Liebe…zu sich selbst und allem anderen.

Unwichtig ist … eigentlich das Meiste

Vergangenheit ist … ein Teil von mir, der nicht einfach abgetan und verdrängt werden darf…alles ist Vergangenheit, das Leben selbst ist flüchtig, jeder Moment ist verstrichen, bevor man sich seiner Existenz überhaupt bewusst geworden  ist (jetzt beweg ich mich auf zu kompliziertes Terrain zu^^)

Zukunft bedeutet … sich auf verschlungenen Pfaden durch den Nebel zu bewegen, ohne den Weg zu kennen

Zeit ist … eine seltsame Erfindung

Freunde haben ist …das, was das Leben lebenswert macht

Glück ist … geliebt zu werden und Liebe zu geben

Gefühle sind … verwirrend, wunderbar, grausam, unerträglich, unvergleichlich, intensiv, unglaublich, herrlich, nicht wegzudenken, notwendig!!

Konflikte bedeuten … seinen eigenen Standpunkt zu hinterfragen und dafür einzustehen

Hoffnung ist … der Glaube daran, dass die Sonne am nächsten Morgen wieder hinter dem Horizont auftaucht und nicht über Nacht ins Meer gefallen ist

Glauben können ist … eine wertvolle Gabe, denn der Glaube gibt Mut und Kraft, wenn alle Hoffnung verloren scheint

Träume sind … oft sehr verwirrend und irreführend

Visionen sind … Wegweiser, in einem Labyrinth aus Möglichkeiten

Veränderung bedeutet …Anpassung und neue Möglichkeiten, immer auch Verlust

Ich brauche … Liebe

Angst habe ich vor … vor dem Verlust und Leid geliebter Menschen und davor, meinen Weg nicht zu finden und ewig auf schmalen Pfaden umher zu irren

Mut bedeutet … Risiken einzugehen um für die eigenen Werte einzustehen

Das Allerschwerste ist … geliebte Menschen zu verletzen und zu enttäuschen

Verlieren bedeutet … dem Gewinner seinen Sieg einzugestehen

Perfekt sein bedeutet … sich selbst, die Menschen und die Welt nicht zu kennen

Versagen bedeutet … sich selbst aufgeben

Verlust ist … immer schwer, aber unvermeidbar und oft auch notwendig

Arbeiten bedeutet … sich das zu verdienen, was man zum Leben braucht und um seine Erwartungen zu erfüllen

Geld bedeutet … Möglichkeiten

Stärke ist … sich selbst zu kennen und zu lieben, zu seinen Stärken und Schwächen zu stehen und anderen die Ihren zuzugestehen und nicht über sie urteilen wollen

Menschen, die andere nach ihrem Bild formen wollen sind … schwach und bedauernswert, schämen sich ihrer eigenen Schwächen und neiden den anderen ihre Stärken, weswegen sie sie formen und kleiner machen wollen

Gesundheit für meine Lieben … ist mir das allerwichtigste überhaupt!!

Gerechtigkeit … ist immer Ansichtssache und eine Frage der Einstellung

Unerreichbares … ist oft eine Frage des Aussichts/Ausgangspunktes und der Hilfestellung

Mein Gefühlsleben … ein Ozean

out of breath

Ich weiß, dass es hier in letzter Zeit recht still geworden ist. Immer wenn ich etwas schreiben wollte, hat mich plötzlich die Lust verlassen oder ich hielt es nicht für erwähnenswert. Ich wollte über das Wetter schreiben, die Natur, wunderbare Spaziergänge, den Sommer, die Menschen, das Leben, doch ich empfand es als belanglos. Das einzige, worüber ich wirklich gerne schreiben würde, ist die Liebe, doch die ist wohl gerade im Urlaub. Vermutlich rührt meine Schreibblockade einfach daher, dass ich im Moment nicht verliebt bin, nicht einmal ein winziges bisschen. Dieses Blog begann als ein Tagebuch, in dem ich mein Herzeleid ausschütten wollte. Es ging um unerwiderte Liebe, um Unsicherheit, banges Hoffen,  Qualen und Hochgefühle, um  Gewinner, Enttäuschungen und Selbsterkenntnisse…man sieht die Welt durch andere Augen, wenn man verliebt ist, man nimmt Gerüche und Bilder anders wahr, man fühlt anders, intensiver…

Es geht mir nicht schlecht, ich genieße den Sommer, tue dieses und jenes, ich bin nicht unzufrieden…es ist nur ein seltsames Gefühl, nicht verliebt zu sein. Ich fühle eine eigenartige Leere, dort wo ich eigentlich ein Krampfen in den Magengegend haben sollte. Ob das gut ist, kann ich nicht sagen. Ich bin gerne verliebt, denn es gibt kein intensiveres Gefühl als die Verliebtheit, doch anderseits sollte das bedeuten, dass ich endlich einen alten Ballast abgeworfen habe, der wie eine Klette an mir hing und nicht von mir ablassen wollte. Vielleicht ist es ganz gut, wenn die Schmetterlinge mal ein bisschen Ruhe geben, sonst würde ich mich vielleicht zu sehr an das Gefühl gewöhnen und nicht erkennen, wenn sie wieder beginnen, heftiger zu flattern ;)

pfauenauge

pfauenauge

Und mein Blog hat ein bisschen Gelegenheit zum durchatmen, nur ein paar wenige Beiträge von Zeit zu Zeit wird es bestimmt verkraften. Und ich warte auf meine Muse…

Sommergewitter

Unheilverkündend dringt das tiefe Donnergrollen an mein Ohr, die Luft scheint zu knistern, voll von angestauter Enerie, die nur darauf wartet, sich endlich zu entladen. Ich lehne mich über den Balkon und strecke die Nase in den lauen Wind einer warmen Gewitternacht. Die dunklen Wolken rollen bedrohlich über den schwarzen Nachthimmel, Blitze zucken wütend zwischen den Wolken hindurch, tauchen das Land für einen Sekundebruchteil in gespenstisches Licht. Ich kann den Blick nicht abwenden, bin gefangen in dem Bann der Urgewalten. Ich muss nach draußen, will mehr sehen, mehr spüren. Meine Füße tasten sich durchs feuchte Gras, ich bleibe stehen und betrachte gabannt das Naturschauspiel, sehe zu, wie die Blitze über mich hinwegzucken und die Wolken in totenkopfgleiche Fratzen verwandeln, die mich hämisch, mit dem Lächeln eines Halloweenkürbisses angrinsen. Schwere Tropfen beginnen vom Himmel herab auf meine Haut zu prasseln, ich strecke mein Gesicht herausfordernd dem Regen entgegen, fühle, wie die Tropfen meine Wangen hinunterrinnen, wie die Haare an meinem Nacken kleben…

Gewitter ziehen mich immer auf ihre ganz eigene Art und Weise in ihren Bann, ich kann mich den Gewalten nicht entziehen! Die Angst vermischt sich mit einer stillen Faszination und ich kann nicht umhin, als diese Schauspiel gebannt zu verfolgen, auch wenn die Vernunft und der Respekt vor den Gewalten überwiegen…

nothing matters

Ich würde so gerne schreiben, mir Dinge von der Seele schreien, doch die Worte wollen sich einfach nicht zu Sätzen zusammenfügen. Ich fange an und lösche die Worte im nächsten Augenblick wieder, weil ich einfach nicht ausdrücken kann, wie es mir geht. Alles was ich fühle, ist diese alles verzehrende Gleichgültigkeit, alles zieht an mir vorrüber, ich sehe nichts, höre nichts, fühle nichts,alles erstarrt auf dem Weg in mein Inneres. Ich bin nicht fröhlich, nicht traurig, nicht verzweifelt…nichts ist schlimmer als Emotionslosigkeit, ich will schreien, doch habe keine Lust den Mund auf zu machen. Ich hoffe es ist nichts als eine Phase, die bald vorbeigehen wird, vielleicht liegt es ja am Wetter…schön, wenn man alles auf seine Umwelt schieben kann.

Vielleicht hilft ja ein warmes Bad, und eine geruhsame Nacht…

Und wieder einmal jagen meine unverschämt langen Ferien viel zu schnell dem Ende entgegen. Ich könnte mich zu gut an diesen angenehmen Zustand gewöhnen, frei von Verpflichtungen und Erwartungen, und ein endloses Maß an Freizeit, dass mir immer noch zu gering erscheint. Ich genieße die Zeit so gut ich kann, denn mehr und mehr breitet sich dieses grauenhaft mulmige Gefühl des Bevorstehenden aus und macht sich in meiner Bauchgegend breit. Die Angst vor Entscheidungen, dem Ungewissen, Angst vor den neuen Wegen, für die ich mich entschieden habe…doch diese Angst ist nebensächlich, ich kann und will mich den Veränderungen nicht in den Weg stellen, erwarte sie auch mit freudiger Neugierde, dennoch haben sich Zweifel in meinem Hirn eingenistet und stellen all meine Entscheidungen in Frage.

Es gibt noch andere Dinge, die mich um den Verstand bringen, eine nervenzerreissende Ungewissheit, die Angst vor eventuellen Folgen einer unüberlegten Handlung rauben mir schier den Verstand und machen es mir schwer, klaren Kopf zu behalten. Meine Gedanken kreisen um die Dummheit, verzehren sich an der Frage nach dem „was wäre wenn ich tatsächlich…“-NEIN! Darüber will ich mir keine Gedanken machen, bis es unausweichlich ist, ersteinmal übe ich mich in Geduld. Geduld…wie ich sie hasse!!

Der Sommer verblasst viel zu schnell…das ganze Jahr über sehne ich mich danach! Im Herbst wappne ich mich für den Winter, meine Kraft nehme ich aus den Erinnerungen an die wärmenden Strahlen der Sommersonne. Im Winter vertröste ich mich mit den Gedanken, dass die Kälte ein Ende haben wird und letztendlich doch die Sonne den Sieg davon tragen wird, ich träume von warmen Sommertagen, von erfrischenden Sprüngen in eiskaltes Wasser, von lauen Nächten am Lagerfeuer, während ich in die kleine tröstende Flamme des Ofens Blicke. Im Frühling kann ich kaum erwarten, dass die Sonne die letzten Schneereste von den Bergen wischt und ihre volle Kraft offenbart…doch kaum ist es  dann soweit, ist er plötzlich vorbei der Sommer, ehe er richtig beginnen konnte…es graut mich vor den beissenden Herbstwinden, die erbarmungslos an mir reissen und den Regen, der wie Nadeln auf mich niederprasselt!

Aber ich werde mich auch damit wieder abfinden und meinen Frieden mit Wind und Wetter schließen, denn alles hat seine guten Seiten, die ich wieder erkennen werde, wenn es soweit ist…und noch ist ja immernoch Sommer und den sollte ich jetzt auch in vollen Zügen auskosten, bevor es zu spät ist!!

Ich bin wieder zurück, aber noch nicht ganz, bin noch nicht komplett! Es fehlen noch ein paar Teile, die irgendwo auf der Strecke liegen geblieben sind und ich hoffe sehr, dass sie den Weg zurückfinden werden. Ich habe viel verschenkt, an Menschen, an Orte, an dieses wunderbare Land, an das ich mein Herz schon früher verloren habe. Es war ein Abenteuer, wir überließen viele Entscheidungen dem Zufall, wundervoll und abstrengend zugleich war unsere Reise.

Ich habe viel gelernt, habe viel gewonnen und genauso viel verloren. Ich habe das Leben der Vagabunden kennengelernt, der wandernden Spieler, die sich dem Wind übergeben und zu fliegen vermögen. Wir sahen den Eifelturm um 24 Uhr blinken, nächtigten in einem besetzten Haus, kochten auf einem Bunker, neben Windrädern, schliefen unter Leuchttürmen und am Ufer der See, tranken in verlassenen Gassen auf das Leben, verliefen uns auf der Suche nach einem Hinkelstein, fanden Besseres, tanzten bis zur Erschöpfung zu bretonischer Volksmusik, lernten diese und jene Menschen kennen, und lernten den Wert einer warmen Dusche zu schätzen…am Ende der Reise fühlte ich das starke Bedürfnis nach Urlaub. Fernab von der zivilisierten Welt, von Nachrichten und realitätsfern lebten wir.

Zurück in den Fängen des nicht ganz alltäglichen Alltags, fühle ich mich beinahe verloren, als ob ich am falschen Ort wäre. Ich will mich der Realität widersetzen, mich dem Alltag nicht unterwerfen, doch ich weiß, dass ich mich irgendwann fügen muss. Aber ich muss warten, bis meine verlorenen Seelenteile wieder zu mir zurückgefunden haben, sie haben noch einen langen Weg vor sich…

Es bedarf nur eines bisschen Muts, eines Hauchs Abenteuerlust und einer Prise Verrücktheit und die Reise kann beginnen! Das Ziel unbekannt, der Weg dem Zufall überlassen, das Leben in die Hände des Unergründlichen gelegt…wohin es uns führt? Wir werden es sehen, dann wird genauer darüber berichtet! Bis dahin wünsche ich euch einen wunderbaren Sommer!!!

parallelwelten

Er sagte, er sei eine einsame Insel- Ich lächelte und schenkte ihm ein Spielzeugboot.

Er sagte, er sei rastlos, ständig auf der Suche, nie am Ziel- Ich lächelte und malte ihm ein buntes Haus.

Er sagte, sein Leben stünde auf dem Kopf- Ich lächelte und machte einen Kopfstand.

Er sagte, die Erde drehe sich viel zu schnell- Ich lächelte und stellte die Uhr zurück.

Er sagte, ich verstünde seine Welt nicht, kannte seine Träume nicht- Ich lächelte und pflückte ihm einen Stern vom Himmel.

Er lächelte und meinte, ich solle von meiner Wolke herunterkommen- Da weinte ich, und schwere Tropfen prasselten vom Himmel herab…

Nichts bleibt wie es ist, die Dinge verändern sich unaufhaltsam, ich versuche sie zu greifen, zurückzuziehen, festzuhalten, doch sie entgleiten meinem Griff. Das Leben ist ein einziger großer Fluss, immer in Bewegung und der einzige Weg ist, sich mit dem Strom zu verändern. Ich weiß, dass das nun einmal der Lauf der Welt ist, ich weiß, dass ich die Veränderungen akzeptieren muss und nicht dagegen ankämpfen kann. Doch manchmal möchte ich alles einfach festhalten, sehne mich nach Sicherheit, danach, dass alles so bleibt wie es ist, manchmal will ich keine Veränderungen. Das Wissen, dass ich die Dinge nicht festhalten kann, dass alles einmal ein Ende hat, drückt mich in die Knie. Auch wenn ich weiß, dass jedes Ende nur ein neuer Anfang ist, dass alles seinen Sinn hat und für irgendetwas gut ist, auch wenn ich weiß, dass es ohne Veränderungen kein Leben gibt, weil man sich im Stillstand nicht weiterbewegen und entwickeln kann, so erfüllt mich jedes Ende doch mit einer tiefsitzenden Trauer. Denn es wird nie so sein wie zuvor und es wird nie so sein wie woanders. Ich muss lernen mich mit dem Strom treiben zu lassen und nicht bis zur Erschöpfung an dem Grasbüschel festzukrallen und gegen die Macht des Flussen zu kämpfen. Was habe ich denn zu befürchten? Ich kann ja schließlich schwimmen…

Jetzt hab ich doch glatt meinen Geburtstag übersehen!! Genau gestern vor einem Jahr, am 12.7.2008,  wunrde mein Blog geboren. Eigentlich wollte ich dieses Ereignis mit einer großen Jubiläumsausgabe feiern, in alten Einträgen stöbern, eine Best of-Liste erstellen, die schrägsten Suchanfragen usw…aber eigentlich steht mir danach gerade nicht der Sinn. Vielleicht folgt ein derartiger Eintrag in den nächsten Tagen, aber im Moment habe ich weder die Zeit, noch die Geduld um mich hinzusetzen und mich ans Schreiben zu machen. Überhaupt steht mir der Sinn im Moment nach anderen Dingen, ich will Sonne und sprotze nur so vor Tatendrang, deswegen muss der Blog zur Zeit ein wenig darunter leiden. Aber die nächsten Regentage kommen bestimmt, dann werde ich einiges nachzuholen haben…

Fest steht, dass es eine gute Entscheidung war, meine Gedanken nieder zu schreiben. Es war ein notwendiges Ventil für meine Angestauten Emotionen, außerdem entdeckte ich eine neue Leidenschaft, die schon lange darauf gewartet hatte, ausgelebt zu werden: Das Schreiben! In diesem letzten Jahr ist sehr viel geschehen, vieles, beinahe alles, hat sich verändert…ich habe mich verändert, sehr stark sogar! Ich bin mutiger geworden, selbstbewusster, habe vieles über mich gelernt, Stärken und Schwächen entdeckt und ich habe es endlich gewagt wieder richtig, in vollen Zügen, zu leben!

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mich auf meiner Reise begleiten, all die lauten und leisen Leser, die es, auf welche Weise auch immer, auf mein Blog verschlagen hat :) Man schreibt ja eben doch nicht nur allein für sich selbst, oder?!

Ich hoffe, dass ich die nötige Motivation wieder finde, damit es auch noch ein “ 2 Jahre Johannatindomerel“ geben wird ;)

Ein komisches Gefühl, wenn einem bewusst wird, wie schnell alles gehen kann, dass von einem Momant auf den anderen alles vorbei sein kann. Eine stundenlange Sekunde, in der du zwischen Leben und Tod schwebst, an deinem Auge vorbei rasen die Bäume, die Leitplanke, die Felsen, hilflos sitzt du in deinem Käfig, denkst an den Bach der unter dir das Tal hinabstürzt…alles dreht sich, wie in einem Karusell, du bist angeschnallt, an deinem Sitz festgekettet, du kannst nicht mehr aussteigen, es ist zu spät! Doch du bist ganz ruhig, du siehst das Gemisch aus Farben, bemerkst die Bäume, die auf dich zu springen und wieder zurückweichen, du weißt, dass der Aufprall schmerzhaft wäre, doch Angst hast du keine…es ist, als würdest du alles aus sicherer Entfernung beobachten, wie in einem Film, du sitzt gar nicht in dem Wagen. Was hilft dir Angst? Du ist hilflos, kannst nichts tun, musst dich damit abfinden…du bist ganz ruhig, als das Auto stehen bleibt, auf der falschen Spur, du weißt, dass du gerade riesengroßen Glück hattest. Neben dir der Berg, auf der anderen Seite der Bach…kein Kratzer…und dann fahrt ihr weiter, fast als wäre nichts geschehen…aber der Schreck steckt in den Knochen, er braucht nur ein bisschen, bis er an die Oberfläche kommt…

Manchmal kann es ganz schön schnell gehen, ein riesengroßes Danke an meine Schutzengel!!

Heute will ich einmal Bilder sprechen lassen, weil ich manche Dinge nicht in Worte fassen kann und möchte…

welten

welten

die welt ist groß

regenwelten

fremdartig

perlen

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