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Posts Tagged ‘Menschen’

Es ist so wunderbar wenn man erleben darf, wie Menschen zu sich selbst heranwachsen – wie sie immer schöner und strahlender werden, weil sie neu entdecken wer sie wirklich sind. Diesen Prozess hatte ich selbst durchlaufen, aber bei sich selbst vergisst man schnell wie sehr man sich doch verändert hat. Es gab viele Rückschläge und der Weg war oft fast unerträglich schmerzhaft. Aber im Endeffekt war es doch irgendwie nötig, um dort anzukommen wo ich jetzt sein darf – ganz bei mir 🙂  Jetzt bin ich in einer anderen Position, darf andere zu sich selbst hinführen, ihnen zeigen wie sie sich selbst im Weg stehen und wie sie diese Blockaden auflösen können. Es ist erschreckend, wie sehr die Menschen mit ihren Themen identifiziert sind, wie sie gar nicht erkennen, wie sehr sie im Kampf sind. Sie merken nicht, dass sie gegen das Leben selbst kämpfen. Im Endeffekt will jeder nur geliebt werden, doch statt sich für die Liebe zu öffnen sieht jeder nur den Feind im anderen. Dabei verstehen sie nicht, dass sie nur ihren eigenen Schmerz im anderen erkennen. Aber wenn sie ihren Widerstand erkennen, wenn sie sehen, dass sie selbst eigentlich ihr einziger Feind im Raum sind, dann werden Mauern eingerissen und Masken fallen gelassen. Dann werden harte Gesichter auf einmal weich, trübe Auge wieder klar und Lachen erfüllt den Raum. Man entdeckt die Liebe wieder, erkennt, dass Liebe die volle Hingabe zum Moment, ans Jetzt, an Leben ist. Ich liebe diese Arbeit, es gibt nichts Schöneres für mich, als andere dorthin zu führen, wo sie ganz sie selbst sein können. Es ist immer wieder unglaublich, was bei dieser Arbeit passiert. Vesseling ist ein unglaubliches Geschenk und ich durfte mal wieder hautnah erfahren, wie nahezu Wunder geschehen. Es geht nur um die Annahme, dem Raum geben, was da ist und die volle Hingabe zum Augenblick. Keine Konzepte, keine Regeln, keine Grenzen, nur das Jetzt…Ich bin Fan vom Leben 🙂

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Farbenmeer, hundert Gesichter,

tausende Lichter kreisen um mich her.

Es fällt mir schwer, mich festzuhalten

in dem Strudel nicht zu verlieren

ich lass los, will es riskieren, alles riskieren,

nichts festhalten, kein Stillstand,

nie wieder Stillstand…

Nur der ewige Kreis in dem sich unsere Augen spiegeln

unser Blick sich findet und der Kuss ein Band besiegelt

das nie ewig hält.

zum Glück…

Wenn man fällt, kann man glauben man fliegt.

Fliegt im Farbenmeer, während alles verschwimmt.

Meine Seele singt und tanzt und ein Funke pflanzt

ein neues Samenkorn in meinem Herzen.

Flügel sprießen, ich atme Freiheit, einfach sein.

Einfach tanzen bis zum morgen, ohne Sorgen.

Du und ich ein stiller Kampf unterdrückter Liebe.

Das Band reisst wieder.

Zum Glück.

Unsere Hände lassen los. Freiheit!

Ersehnte Freiheit, halt mich in deinem Arm, ich tanze mit dir.

Schütze mich vor den Blicken der Gierigen, die noch nicht fallen und fliegen und tanzen…

Ich tanze hinab, mir dir, ohne dich, allein zu zweit.

So weit ist der Raum…

 

Und wie in einem wirren Traum, wache ich auf

und der morgen lacht mich an.

Oder aus, als ich um sieben ins Haus falle.

Nein fliege, nach durchtanzter Nacht,

als gäbs keinen Morgen mehr…

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Ich habe vor langer Zeit schon mal einen Artikel über einen ganz besonderen Ort geschrieben, an dem die Welt den Atem anzuhalten scheint und der ganze Alltagsstress ein bisschen weniger wichtig und erschlagend erscheint. Ein Ort, der schöner nicht liegen könnte – schützend umarmt von Bergen und Wäldern liegt er da, nicht weit von einem wunderschönen See. Überhaupt ist es einfach die wunderbarste Landschaft überhaupt und natürlich eine der allerschönsten Gegenden der Welt. Und wie ich schon damals schrieb, ist dort ein Teil von mir zu Hause. Ich wollte eigentlich aussteigen, meine Verantwortung abgeben und mich aus der ganzen Sache rausziehen, aber irgendwie komme ich einfach nicht los, muss doch wieder hin, wieder in diese wunderbare Welt mit all diesen wunderbaren verrückten Menschen. Ich liebe sie alle, noch immer! Schon seltsam, wenn man sich doch schon so viele Jahre kennt, seine Erfahrungen gemeinsam gemacht hat und miteinander gereift und ein bisschen erwachsener und noch viel kindischer geworden ist. Diese Menschen sehe ich so selten, und doch versteht man sich immer wieder wortlos, meist bei unzähligen einigen Gläsern Wein. Und dann sitzt man da, die letzten Flaschen geleert, nach einer zum Tag gemachten Nacht…schlafen gehen lohnt sich nicht mehr, deswegen geht man lieber noch spazieren, lässt sich in den Schnee fallen und da liegt man dann da…zu viert, glücklich (ich zumindest) und zufrieden (ich zumindest) im Schnee…bis sich dann schließlich doch der Kopf einschaltet und dem Körper erklärt, dass Schnee nach einer viertel Stunde doch ein bisschen kalt werden kann. Dann geht man zitternd zurück, aber mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen (ich zumindest), kuschelt sich noch zusammen wie Hühner auf der Stange, unter viele Decken ins Bett, um das Zittern ein bisschen zu beruhigen, genießt die Nähe…eine schöne Nacht mit wunderbaren Menschen, wie immer 🙂 Mancheiner sagt, es sei eine blöde Idee gewesen, das sehe ich anders, weil es sich fast immer lohnt…

Aber nichts bleibt wie es war, die Welt dreht sich weiter, und auch wenn an diesem Ort die Zeit ein bisschen länger Luft zu holen scheint, so kann er den Veränderungen doch nicht ganz entkommen. Eine Ära geht zu Ende, aber wir werden es hoffentlich auch allein gemeinsam schaffen, den Zauber dieses Ortes am Leben zu erhalten, den magisch werden Dinge nur, wenn man sie dazu werden lässt 🙂

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Irgendjemand hat da oben wohl einen sehr fragwürdigen Sinn für Humor. Bei der Häufung ironisch anmutender, zufälliger Begegnungen ist es mir kaum mehr möglich nicht an Schicksal, Gott oder andere höhere Mächte zu glauben, die ganz eindeutig ihre Finger im Spiel haben und vermutlich irgendwo sitzen und schadenfroh lachen. Nennen wir diese Mächte im weiteren Verlauf einfach das Leben, denn es bleibt sich ja ohnehin gleich, wie man die Dinge beim Namen nennt. Auf jeden Fall hat jemand viel Spass dabei, das Drehbuch für Meines zu schreiben….Improvisationstheater… Oder vielleicht meint es das Leben auch nur gut? Vielleicht hat es gar keine bösen Hintergedanken, wenn es mir, wie in einem schlechten Film ständig nur das vor Augen führt, das (den) ich am wenigsten sehen möchte? Vielleicht will es mir nur helfen, schnell über das Vergangene hinwegzukommen, indem es mir immer wieder zeigt, dass es endgültig vorbei ist und mir freundlicherweise vor Augen führt, wie besagte Person zusammen mit anderen herumrennt! Wie viele Menschen gibt es? Wie viele Menschen bewegen sich jeden Tag durch diese Stadt und wie oft treffe ich in der Stadt Menschen die ich kenne? So gut wie nie…mit nie meine ich wirklich selten, so gut wie gar nicht. Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem genau die Person, die man von allen Menschen auf der Welt am allerwenigsten treffen möchte, immer überall zu den ungünstigsten Augenblicken antrifft? Mit immer überall meine ich unwahrscheinlich häufig und an den unwahrscheinlichsten Orten und immer zu den unwahrscheinlichsten Zeiten!! Wie wahrscheinlich ist die Tatsache, dass sich diese Person immer zu ungünstigen Zeitpunkten am gleichen Ort aufhält wie ich (mal abgesehen davon, dass in dieser Hinsicht kein Zeitpunkt der richtige wäre)?? Ich bin schlecht in Mathe, aber statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit  sehr gering. Vielleicht sollte ich Lotto spielen, wenn ich da das gleiche „Glück“ hätte, wäre ich schnell sehr sehr reich. Aber dabei darf man natürlich einige energetische Naturgesetze nicht vergessen, denen kann man sich leider nicht entziehen.

Naja, sei es wie es sei und wie es ist…irgendwie find ichs ja doch schon fast wieder lustig, zumindest ironisch und ich bin ja doch ein Freund der Ironie. Und das Leben ist nun mal ironisch und irgendjemand hat zumindest seinen Spass beim zuschaun. Und ich? Tja, ich werd wohl lernen müssen mitzulachen…

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Seltsam irgendwie, wenn man einem Menschen gegenüber steht, den man einst geliebt hat, mit dem man Stunden, Tage, Monate voll wunderbarer und schmerzhafter Augenblicke verbracht hat. Und alles was einst an Magie zwischen den Herzen war ist nur noch eine schale, trügerische Erinnerung an eine Traumseifenblase, die geplatzt ist, als man sie einfangen wollte. So schrecklich seltsam, wenn einem der Mensch, dem man bis in die tiefsten Seelengründe blicken konnte plötzlich so fremd und unbekannt erscheint, als sei man sich nie näher gewesen. Die Seelenbänder sind gerissen, seine Augen leer, mein Herz schweigt, ich erkenne ihn nicht mehr. Es ist so unverständlich für Kopf und Herz, wenn der Boden aufreißt und sich von einem Moment auf den anderen eine nie dagewesen Schlucht auftut, die sich nie wieder schließen wird…

Ich drehe mich um, blicke nicht zurück. Wieder ein Lebensabschnitt beendet, wieder um viele Erfahrungen reifer, wieder ein Neubeginn, endlich wieder frei!! Die Erinnerung an das Zerbrochene schmerzt, aber der Blick nach vorn und der Blick in mich selbst lässt mein Herz vor Freude und Aufregung höher schlagen. Ich spüre einen Hauch von Schicksal, ein Gefühl dass mich immer überkommt wenn ich mir einrede dass alles gut ist und dass noch viel Großes und Kleines auf mich wartet und ich es kaum erwarten kann wieder voll Tatendrang weiterzumarschieren. Und dann hüpft auch wieder die ungestüme Freude herbei und Seite an Seite schlendern wir lächelnd durch die Straßen und ich versuche ein Prusten zu unterdrücken, weil sie mir so viel wahren Blödsinn ins Ohr kichert.

Als ich jünger war (oder sollte ich sagen NOCH jünger war) hab ich mir eingeredet, mein einziges wirkliches Lebensziel ist es, meine große Liebe zu finden und mit ihm zu leben und zu sterben. Und wenn ich ihn nicht finde? Dann verbringe ich mein ganzes Leben mit der Suche danach und sterbe mit dem Gewissen, dass ich nie wirklich gelebt habe und einem Traum nachgejagt habe, der vielleicht nicht für mich bestimmt war. Natürlich sehne ich mich wie Jede(r) nach einem Partner mit dem alles passt, aber man ist schließlich auch allein ganz, oder sollte es zumindest sein. Diese ewige Suche nach dem Richtigen macht einfach keinen Sinn, denn was kommt kommt und ist gut so und was nicht kommt soll vermutlich nicht so sein (außer man ist zu blöd um sein Glück zu erkennen, soll ja vorkommen). Ich fühle mich so gut wie seit einer Ewigkeit nicht mehr, habe endlich mal wieder eine leise Ahnung davon, wer ich bin. Wer ICH BIN, nicht wer ich glaube dass andere meinen dass ich bin. Das ist schön 🙂

Gute Nacht!

P.S.: Das war jetzt ein sehr verwirrter Blogeintrag und vielleicht nicht so schmalzig sülzig poetisch wie sonst, aber was raus muss muss raus!

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Selbsterkenntnis ist ja bekanntermaßen der erste Schritt zur Besserung. Das ist eine Behauptung, die ich im Laufe meines Lebens meistens ignoriert habe. Ich hab immer genau gewusst was das Problem ist (nämlich ich), immer genau gewusst dass ich mich gerne in etwas hineinsteigere und in Selbstmitleid versinke…darüber war ich mir meistens im Klaren. Mein Problem war: ich änderte nichts daran. Ich fand mich mit der Tatsache ab, dass ich eben unkurierbar bin, einfach ein hoffnungsloser Fall in manchen Angelegenheiten. Und es war frustrierend, sehr sogar. Besonders nach den vielen Monaten in denen ich intensiv an mir und meinen Blockaden gearbeitet hatte und irgendwann feststellen musste, dass ich so nicht weiterkommen würde.

Und jetzt endlich, nach Wochen des Umherirrens in meinem Gedankenchaos, hab ich es endlich verstanden, letztendlich doch noch die ultimative Weisheit (nehmt mich nicht zu ernst^^) erlangt!! Ich habe es tatsächlich geschafft, aus meinem Kopfkäfig auszubrechen, den Schalter einfach umzulegen und auf Standby zu schalten. Und ganz plötzlich, unverhofft tun manche Dinge plötzlich einfach nicht mehr weh. Ganz plötzlich sind manche Ängste und Befürchtungen, die sich mit Sicherheit in selbsterfüllende Prophezeihungen verwandelt hätten, einfach verschwunden…weg!!!

Es ist schon eine seltsame Sache mit den Gefühlen…die Schmerzen sind ja schließlich immer nur in uns selbst, nur geben wir immer den Anderen, den Auslösern, die Schuld an unserem Herzeleid. Da verstrickt man sich so gern in „Ach hätt ich doch…ach könnt ich doch…ach würd er doch…ach wärs doch bloß…“-Gedanken und dabei verliert man völlig das eigentlich Wichtige und das einzige was in solchen Fällen hilft, aus den Augen, nämlich das Jetzt. Das einzige was wir haben und leben können, ist doch der Augenblick, und den soll ich mir mit Gedanken darüber verdunkeln, dass alles gerade nicht so sonnig ist wie früher?? Kein Wunder, wenn ich die ganze Zeit über die Vorhänge zugezogen habe, um schön tragisch im Selbstmitleid zu ersticken! Dann muss man die Sonne eben wieder herholen, oder wenigstens das Licht anmachen und siehe da…plötzlich ist alles wieder sonnig heiter und einfach wunderbar, weil man lebt, weil man fühlt, weil man den Augenblick genießt.

Es gibt so viele, die behaupten sie hätten den Weg zum wahren Glück gefunden, die behaupten sie hätten den besten Weg zur Zufriedenheit entdeckt. Und was sagen sie? Das, was jeder sagt, der verstanden hat worum es im Leben geht. Das, was alle wirklich Weisen und Erleuchteten (sofern sie es auch leben) sagen, jene Erkenntnis, zu denen unterschiedlichste Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen, völlig unabhängig voneinander gekommen sind…und zwar, dass das einzige was wir haben, der einzige Moment in dem wir leben, das Hier und Jetzt ist. Und da versteht es sich von selbst, dass grübeln über die Vergangenheit, ebenso wie über die Zukunft, einfach sinnlose Zeitverschwendung ist, vor allem, wenn diese Gedanken einem seelische Schmerzen bereiten. Jeder weiß das, oder? Jeder weiß, dass man den Augenblick genießen sollte und bewusst leben sollte, das ist keine neue Erkenntnis! Trotzdem muss es uns immer und immer wieder, oft erfolglos, eingeprügelt werden…

Ein apruptes Ende, viele Gedanken, die gerade herausgesprudelt sind und das Wissen, dass alles gut ist…vielleicht schaffe ich es diesmal, dass es anhält 🙂

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Sie haben mich noch gewarnt, „Pass auf, dass du dabei dein Herz nicht verschenkst!“ haben sie gesagt, weil sie wussten, dass er nicht weiß, was er damit anfangen soll. Ich wusste ja selbst, dass er mir seines nicht geben würde, ich habe versucht es mir einzureden, aber etwas in mir wollte einfach hoffen, weiter träumen. „Verlieb dich nicht in ihn“, das hab ich mir selbst gesagt und war mir sicher, dass ich es schaffen würde, dieses eine Mal würde ich es schaffen…

Ob ich es bereue? Nein, ich bereue es nicht, aber die Gedanken versetzen mir unerwartete Stiche und Tritte. Ich lebe, ich fühle, ich liebe, das wird immer so sein, und deswegen bereue ich nichts. Ob es ein Fehler war, wird sich herausstellen, wer kann das schon im vorhinein sagen. Vielleicht war es unbedacht, vielleicht war nur der Alkohol Schuld, vielleicht hätte ich ein andere Entscheidung treffen sollen, aber ich bin eben auch nur ein Mensch, ich will nicht immer vernünftig sein. Ich musste es wagen, mutig sein, über meinen eigenen Schatten springen, aus reiner Neugier und ganz einfach weil das Leben  j e t z t   ist, und ich diese Chance nicht winkend an mir vorbeischlendern lassen wollte. Wieso kann ich mir nicht eingestehen, dass ich es selbst so wollte, dass es einfach schön und gut war? Nein, ich bereue es nicht, auch wenn ich ein Stück von mir dabei zurücklassen musste, dafür habe ich einen anderen Teil wieder zurückgewonnen, den ich schon vor längerer Zeit verloren hatte.

Und was ist schon richtig und falsch? Es ist sinnlos, mir darüber Gedanken zu machen, es wird sich ohnehin alles zeigen…

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Irgendwie muss man sie doch fast lieb haben, oder?

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Er öffnet ihr die Türe und sie treten ein. Sie steuert den kleinen Tisch in der Ecke an, ihre Absätze klackern auf dem roten Boden. Sein Blick schweift durch den Raum während  sie ihren schwarzen Mantel auszieht. Es zischt, als die Flamme am Streichholz hochzüngelt und seine Zigarrette entzündet. Er nimmt einen tiefen Zug und sie reden über das Lokal, die Leute, das Wetter…ein seltsames Gefühl hier zu zweit zu sein. Sie ist ein bisschen unsicher, hat Angst vor der Stille, fehlenden Worten, doch sie verbirgt es hinter einem Lächeln. Er ist ein guter Erzähler, sie hätte ihn den ganzen Abend lang alleine reden lassen können, es hätte keinen von beiden gestört. Das Bier kommt, langsam entspannt sie sich. Sie genießt es, in seine blauen Augen zu blicken, während er spricht. Seine Huskyaugen funkeln, als er eifrig von seinen Erlebnissen berichtet, sie versucht hinter die eisblaue Spiegelfläche zu blicken, doch sie verliert sich in den Seelenblicken. Wolfsaugen hat er, die ihr Herz durchbohren, ein fester Blick, ein fesselnder Blick. Sie hängt an seinen feingeschnittenen Lippen, seinem schelmischen Lächeln, das die Mundwinkel umspielt. Sie reden, die lachen, fast so, als würden sie sich kennen. Auch er hat sich in ihren Augen verfangen, heftet seinen Blick fest an ihren, doch sie hält ihm Stand. Er weiß, dass er mit ihr nicht kämpfen muss, es wäre ein sinnloser Kampf, denn beide sind sie Krieger, jeder auf seine Art. Sie sind sich nahe, gar nicht mal so unähnlich, aber sie halten Abstand, bleiben auf Distanz.  Sie genießt es, mit ihm alleine zu sein, wenn seine ganze Aufmerksamkeit ihr gilt, sie muss ihn nicht teilen. Er sieht sie an und versucht in ihr zu lesen, er versteht sie nicht.  Er ist gern mit ihr alleine, dann ist sie nicht so still wie sonst, nicht so beherrscht. Er fragt sich, welchen Käfig sie oft mit sich herumträgt, was ihr ihre Sprache raubt, das Selbstbewusstsein nimmt…

Sie reden lange, über Wichtiges und Unwichtiges, über Filme, über Freunde, über Beziehungen, beide sind sie verblüfft von ihren Wortschwällen, sie hätte nicht gedacht, dass man mit ihm ernsthaft reden könnte. Die Zeiger wandern weiter über das weiße Ziffernblatt, der Abend nähert sich dem Ende. Sie zahlen, beide getrennt, und machen sich gemeinsam auf dem Weg zum Bahnhof. Er ist kleiner als sie, wie sie da mit ihren Stiefeln neben ihm her stolziert.  Der schwarze Ledermantel ist auffällig, lässt ihre Bewegungen geschmeidig erscheinen, wie die einer schwarzen Katze, eines Panthers, der durch die Nacht schleicht. Er trotzt dem kalten Wind mit sommerlicher Kleidung, und man sieht ihm seine Kraft an, die körperliche und die geistige. Sie fühlt sich wohl an seiner Seite, am richtigen Ort… Letzte Worte gewechselt über den Abend, dann verabschieden sie sich mit einem einfachen „Bis dann“, keine Umarmung, keine Wangenküsse, das brauchen sie nicht. Sie halten Abstand, nicht etwa aus Angst, oder Schüchternheit, sondern aus Respekt voreinander.

Dann dreht sich der Wolf um und auch die Katze entschwindet wieder in der dunklen Nacht. Jeder geht seiner Wege und das nächtliche Treffen bleibt ein Geheimnis, geborgen von zwei Augenpaaren…

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Einfach schön, wenn die Dinge unerwartet kommen, Gelegenheiten entstehen, Worte gewechselt werden, von denen man nicht gedacht hätte, dass sie beim Gegenüber ankommen, Gemeinsamkeiten entdeckt werden und man dann, nach vielen zwanglosen Worten feststellt, dass es manchmal gar nicht viel braucht, für einen schönen, wertvollen Abend…ein schönes Gefühl, sich am richtigen Fleck zu fühlen 🙂

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Gestern war ein toller Tag, einer dieser Tage, die noch lange nachhallen und das Herz mit Zufriedenheit erfüllen 🙂

Ich finde es gibt nichts Schöneres, als das Wissen, dass man einem Menschen eine richtig große Freude gemacht hat. Ich weiß, dass ich gestern vielen Leuten ein wunderbares Geschenk gemacht habe und etwas Gutes getan habe. Wir haben im „Seniorenwohnheim“ angefragt, ob wir nicht einmal ein kleines Konzert für die Bewohner machen dürften, mit Gesang und Klavier, einfach so, ohne Eintritt, um den Leuten eine Freude zu machen und damit wir die Möglichkeit haben auch mal aufzutreten. Wir waren drei Sänger und eine Pianistin, es war ein wirklich schönes und anspruchsvolles Programm. Für all diese alten Menschen war es etwas Besonderes, manche waren zu Tränen gerührt. Es ist ein wunderbares Gefühl, dort vorne zu stehen und zu sehen, wie man die Zuhörer mit seinem Gesang berührt, sie mitreisst mit den Stimmungen, man blickt in die Gesichter, die gerührt, mitfühlend, lächelnd zu einem aufsehen…genau das ist es, was ich an Musik, speziell, wenn ich selbst auftreten kann , so sehr liebe…dieses Gefühl, zu den Seelen der Menschen durchzudringen, sie zu berühren und zu bewegen. Das sind einzigartige Momente, meine ganz persönliche Droge, die mich berauscht und in Euphorie versetzt… Eine Schwester sagte uns danach noch einmal, was für eine Freude wir Vielen gemacht hätten, dass es etwas ganz Besonderes für die Menschen war. Das war es für uns auch! Es hat das Herz erwärmt, die Seele gestreichelt und den Geist beruhigt…das Leben ist schön!

Am späteren Nachmittag wieder zu Hause entschloss ich mich dann dazu, noch einen kleinen Ausritt zu machen. Es war herrlich warm, die Sonne schien und das sanfte Abendlicht legte sich allmählich über das Land. Ich ritt durch grüne Wälder, unter blühenden Bäumen hindurch, die Luft voller Pollen (zum Glück hab ich keinen Heuschnupfen). Der würzige Duft von Brennnesseln stieg mir in die Nase, der schwere Blütenduft betörte die Sinne. Das saftige Grün der Wiesen lud zum reinbeissen ein, übersät von gelben Farbtupfern. Dann im gestrecktem Galopp den Hügel hinauf, mit Blick auf den Horizont, die Blumenwiese jagt vorbei, der Wind peitscht ins Gesicht, lässt die Haare wehen, hebt mich in die Luft und lässt mich fliegen…herrlich, noch so eine meine persönlichen Drogen (wahrscheinlich brauche ich deswegen auch keine anderen Rauschgifte^^) Alles roch nach Frühling, die satten Farben verwandelten sich mehr und mehr in ein sanftes, strahlendes Gold. Es war ein wunderbarer Ausritt, das Leben ist schön!!

Danach den Abend still ausklingen lassen, am Lagerfeuer im eigenen Garten. Die Blicke verloren sich in der wabernden Glut, sahen zu, wie die Flammen am Holz leckten und die Scheite langsam verzehrten. Flammen züngelten in die Höhe, spieen Funken, die im Schwarz der Nacht verglimmten(verglommen?). Wir führten lange Gespräche über Kindheitsträume, Gott und die Welt, das Feuer wärmte in (immernoch recht) kalter Nacht. Der Abend endete mit einer leuchtenden Sternsnuppen, die am Himmelszelt aufblitzte, über den schwarzen Nachthimmel schoss und im Nichts verschwand. Und mit einem guten Wunsch und den Erinnerungen an einen guten Tag begab ich mich schließlich zu Bett…Das Leben ist schön!!!

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Ich drehe mich im Kreis und sehe die Blätter wie in Zeitraffer aus ihren Knospen schießen, sehe die explodierende Farbgewalt der Blüten, das leuchtende grün der Blätter, die saftigen Wiesen, weiß-graue Wolkenfetzen, die über den tiefblauen Himmel jagen, ich drehe mich immer schneller und alles verschwimmt zu einem bunten Farbenmeer. Ich sauge den würzigen, modrigen Geruch des trockenen Waldbodens in mich auf, als wäre er mein Lebenselexier, ich versuche alles in mich aufzunehmen. Der süßliche Duft zarter Blumen steigt mir in die Nase, ich will die Richtung einfangen, doch es war nur ein Moment, der Wind trägt den Duft hinfort, nimmt den scharfen Geruch frisch gemähter Wiesen mit sich, streicht sanft über das sich wiegende Gras, streift  die schwankende Baumwipfel. Ich breite meine Arme aus, strecke die Nase in den Wind, fühle den Wind, der sanft durch meine Finger streift und mich vom Boden hebt. Ich fliege, reite auf dem Wind, bis zum Horizont…

Die Stadt ist wie verwandelt, alles lebt, lacht… die steinerne Welt strahlt von Innen, außen strahlt sie im goldenen Sonnenlicht. Was im Winter wie eine verschanzte Geisterstadt wirkte ist jetzt ein verzaubertes Städtchen unter blühenden Bäumen. Magnolien werden von Kirschen abgelöst, der schwere Duft benebelt die Sinne, die Plätze sind wieder belebt, die Cafés haben ihre Außengarnitur wieder herausgekramt, auf denen jetzt die zufriedenen Gäste ihre Cappuccinos, Kaffees, Heißen Schokoladen usw. schlürfen und glückliche Blicke auf die prächtigen Bauten, goldenen Dächer und leuchtenden Blüten werfen. Die anderen tummeln sich am Fluss, räkeln sich im Gras, trinken, lachen, sonnen sich…überflüssiger Kleidung entledigt man sich schnell, sie wollen Wärme spüren, sich von den Strahlen kitzeln lassen, alle Zellen mit Licht volltanken. Das Rauschen des Flussen vermischt sich mit dem Dröhnen der Motoren, die Wassermassen strömen unaufhaltsam weiter, drängen sich durch das Flussbett, schlängeln sich durch die Stadt. Die Sonne zaubert Lächeln auf die Gesichter der Menschen, alte Paare sitzen händchenhaltend auf den Uferbänken…es ist Frühling und alle spüren das!! Die Stadt ist kaum wieder zu erkennen…

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