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Posts Tagged ‘melancholie’

Es ist spät, aber ich finde keinen Schlaf. Die dunkle Nacht klopft wütend an das Fenster, lässt das leere Haus beben und ächzen, aber es ist nicht das ewige Geheule des Sturmes das mich nicht schlafen lässt. Die Sehnsucht hat sich mal wieder eingeschlichen. Nicht die aussichtslose, hoffnungslose, selbstmitleidige Sehnsucht (naja, vielleicht ein bisschen Selbstmitleid), vielmehr ist es das Gefühl nur halb zu sein und trotzdem mehr als jemals zu vor. Das Wissen, nicht allein zu sein ist wunderbar, aber bei dem Gedanke an einsame Tage und Nächte  krampft sich mein Magen zusammen. Die alte süße Melancholie überkommt mich. Ich verbanne die heimtückische Stimme, die mir ins Ohr zischt, dass ich vorsichtig sein muss, nicht mit offenen Karten spielen darf, dass die Liebe ein gefährliches Spiel ist, das man nicht zu schnell für gewonnen erklären darf. Ich lächle und bringe sie sanft zum Schweigen, auch wenn ihre Worte mir kleine Stiche versetzen. Die Angst ist immer noch da, die Angst Ihn wieder zu verlieren. Und wenn irgendetwas dazu führen könnte, dann ist es genau diese vollkommen überflüssige, kräftezehrende Angst. Ich dachte ich hätte sie besiegt, ich dachte sie sei gegangen, als ich beschloss meine Rüstung abzulegen. Trotzdem versetzen mir manche Dinge unerwartete Stiche, deren Ursache ich selbst nicht erkenne, ich weiß dass es keinen Grund dafür gibt. Wahrscheinlich ist es nur, weil ich gerade allein zu Hause sitze, weil es dunkel ist und die Dunkelheit an dem Zimmer nagt und ich mich gerade einfach nichts sehnlicher Wünsche, als Ihn in den Armen zu halten. Ich weiß dass es Ihm genauso geht, dass er die gleichen sinnlosen Ängste hat wie ich…ich hoffe nur, dass uns diese Gedanken nicht wieder in unsere kleinen Schneckenhäuser treiben, jeder für sich, denn Liebe ist gefährlich.

Und dann schleicht sich plötzlich wieder ein leises Lächeln auf meine Lippen, weil mir mal wieder meine eigene Dummheit bewusst wird. Ich weiß, dass es mir noch nie bei jemandem besser gegangen ist, dass ich mich noch nie sicherer und mehr am richtigen Platz gefühlt habe, als bei Ihm und ich weiß, dass diesmal alles gut ist. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt und die Vergangenheit holt einen nicht mehr ein, wenn man immer schön einen Fuß vor den anderen setzt. Mag der Sturm auch noch so cholerisch wüten, ich bin hier, allein, zu zweit und alles ist gut…und es tut gut die Sehnsucht wieder zuspüren, das Brennen im Bauch, das Gefühl, allein nicht atmen zu können…selbst die kleinen Stiche fühlen sich irgendwie, auf ihre seltsame Art und Weise gut an. Ich kann mein Herz wieder fühlen…

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Ich würde so gerne schreiben, mir Dinge von der Seele schreien, doch die Worte wollen sich einfach nicht zu Sätzen zusammenfügen. Ich fange an und lösche die Worte im nächsten Augenblick wieder, weil ich einfach nicht ausdrücken kann, wie es mir geht. Alles was ich fühle, ist diese alles verzehrende Gleichgültigkeit, alles zieht an mir vorrüber, ich sehe nichts, höre nichts, fühle nichts,alles erstarrt auf dem Weg in mein Inneres. Ich bin nicht fröhlich, nicht traurig, nicht verzweifelt…nichts ist schlimmer als Emotionslosigkeit, ich will schreien, doch habe keine Lust den Mund auf zu machen. Ich hoffe es ist nichts als eine Phase, die bald vorbeigehen wird, vielleicht liegt es ja am Wetter…schön, wenn man alles auf seine Umwelt schieben kann.

Vielleicht hilft ja ein warmes Bad, und eine geruhsame Nacht…

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Er sagte, er sei eine einsame Insel- Ich lächelte und schenkte ihm ein Spielzeugboot.

Er sagte, er sei rastlos, ständig auf der Suche, nie am Ziel- Ich lächelte und malte ihm ein buntes Haus.

Er sagte, sein Leben stünde auf dem Kopf- Ich lächelte und machte einen Kopfstand.

Er sagte, die Erde drehe sich viel zu schnell- Ich lächelte und stellte die Uhr zurück.

Er sagte, ich verstünde seine Welt nicht, kannte seine Träume nicht- Ich lächelte und pflückte ihm einen Stern vom Himmel.

Er lächelte und meinte, ich solle von meiner Wolke herunterkommen- Da weinte ich, und schwere Tropfen prasselten vom Himmel herab…

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Eigentlich habe ich paar wunderpaare Tage hinter mir. Aufregende, ereignisreiche Tage, voll traumhaft magischer Momente und wertvoller Augenblicke mit Freunden…aber gerade finde ich keine Worte für die schönen Dinge. Meine Stimmung gleicht dem Wetter:  wechselhaft und unberechenbar, heiter bis wolkig, stürmisch und aufgewühlt, grau, trüb, verregnet…ich wünschte manche Dinge würden sich von selbst erledigen, Probleme frohen Mutes davonschlendern und von mir ablassen. Ich wünschte mir ein paar wenige Worte, die Klarheit in meinen verwirrten Kopf bringen, das pochende Herz beruhigen, die immer wiederkehrenden Fragen beantworten. Ich wünschte mir ein bisschen Licht auf meinem Weg, damit er nicht so ungewiss erscheint, ein bisschen mehr Mut und Zuversicht, das Wissen, dass alles seinen Sinn hat.

Die Worte wollen einfach nicht kommen,das Schreiben ist mir gerade zu anstrengend…vielleicht sollte ich einfach früh ins Bett gehen und mich mal wieder richtig ausschlafen, vielleicht sieht morgen ja schon alles freundlicher aus…

Und weil ich heute ein bisschen arm an Worten bin, will ich wenigstens Musik sprechen lassen. Auf dieses Lied bin ich gerade beim stöbern gestoßen. Die Band heißt „Yo La Tengo“ (davor noch nie gehört) Aber irgendwie hat mich das Lied berührt und davon getragen, in meine stillen Traumwelten…

Yo La Tengo – I feel like going home

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Kennst du das auch?  (Hermann Hesse)

°

Kenst du das auch, dass manchesmal

Inmitten einer lauten Lust,

Bei einem Fest in einem frohen Saal,

Du plötzlich schweigen und hinwegehn musst?

°

Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf

Wie einer, den ein plötzlich Herzweh traf;

Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,

Du weinst, weinst ohne Halt-Kennst du das auch?

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Ich öffne die Tür und werfe einen Blick in den halbdunklen Raum. Da steht sie, still und reglos, schemenhaft zeichnen sich ihre Umrisse gegen das hereinfallende Dämmerlicht ab. Erhaben wartet sie in der Mitte des Raumes, geduldig schweigend, sie hat lange gewartet, still ausgeharrt.  Wie konnte ich sie nur so lange alleine lassen? Ich mache ein paar Schritte auf sie zu, setze mich lautlos vor sie. Vorsichtig lege ich die Hände auf ihren feinen Körper, auf dem sich eine dicke Staubschicht abgelagert hat. Behutsam lehne ich sie an meine Schulter, sanft, beinahe ängstlich berühren meine Finger die dünnen Saiten, ich spüre mein Herz in der Brust schlagen, die Stille dröhnt in meinen Ohren. Ich wage kaum zu atmen, als meine Fingerspitzen leicht über die Saiten gleiten und sie zum klingen bringen. Die süßen Töne schweben in der Luft, breiten sich aus, durchdringen mein Herz. Langsam finden meine Finger ihr Selbstvertrauen wieder, immer noch ein wenig unbeholfen fliegen sie über die Saiten, entlocken ihr wehmütige Harmonien, kitzeln Klänge aus dem großen, eleganten Körper heraus. Sie erinnern sich wieder, die Hände, liebkosend streicheln sie über die Saiten, lassen Töne entstehen und leise verhallen. Wie konnte ich sie nur so lange warten lassen, wie konnte ich auf diese Klänge verzichten, die mein Herz bewegen, wie es kaum etwas anderes vermag. Ich werde mir wieder mehr Zeit für sie nehmen, war sie doch immer für mich da, wenn ich traurig war, wenn mein Herz schwer war. Wenn ich keine Ruhe vor meinen Gedanken fand, mein Geist rastlos und aufgewühlt war, dann war sie eine Zuflucht, beruhigte mein Herz, kühlte meinen hitzigen Kopf, brachte die Gedanken zum schweigen, ich brauchte mich nur zu ihr zu setzen.

Der letzte Akkord erklingt, der Klang fliegt durch die Luft, wie ein leiser Vogel, noch lange hallt er nach. Dann ist es wieder still, doch der Zauber der Töne schwebt  noch in dem, nun dunklen, Raum, liegt wie ein seidenes Tuch auf  meiner Seele. Ich höre nur meinen eigenen Atem, ruhig und gleichmäßig…wie konnte ich sie nur vergessen!?

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Und manchmal, da kann ich einfach nicht anders, dann fühle ich mich überflüssig, fehl am Platz, unzugehörig und ich muss mich abwenden, abseits setzen, allein sein, Einsamkeit spüren…Ich lache über die Witze der anderen, aber eigentlich bin ich ganz wo anders, in  meiner eigenen Welt. Ich sehe den dunklen silberblauen Wassermassen zu, wie sie sich durch das Flussbrett drängen, die Lichter der Laternen spiegeln sich auf der schwarzen Oberfläche, trügerische Lichtblicke. Manchmal kann ich einfach nicht dazugehören, weil ich tief in mir fühle, dass irgendetwas  nicht passt, ich muss mich zurückziehen, die Flucht ergreifen…

Irgendwann kehrt sie dann zurück, die Kraft, der Mut, dann drehe ich mich wieder um, lache mit ihnen, mache an und zu sogar den Mund auf, doch trotzdem sagt  etwas in mir, dass ich immernoch nur einem Traum nachhänge, der niemals wahr werden kann…

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