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Posts Tagged ‘Traum’

Kurze Augenblicke beim Tanz durch die Menschen um uns herum, flüchtige Berührungen und Wünsche, die sich in der Menge verlieren. Der Rhythmus im Herz, die Leidenschaft im Blut bewegt unsere Körper, führt und zusammen und wieder auseinander, lässt ein unsichtbares Band entstehen, das uns für diesen Abend in seinem Bann hält. Ich sehe Dich, spüre die Anziehung und die Distanz und ich spiele mit, alles ist ein Spiel…eine Umarmung im Tanz, ich fühle Deinen Atem an meinem Hals, rieche Dich, spüre Deine Wärme an meinem Rücken. Wir bewegen uns wie ein Körper im Takt, Du führst mich, hältst meine Hände und bewegst meine Arme. Ich passe mich an, genieße es mich führen zu lassen Wir werden eins für diesen Moment. Meine Augen sind geschlossen, ich bin der Moment, bin die Bewegung, bin Du in diesem Moment. Die Zeit hält gebannt den Atem an in dieser Mondnacht, in der sich Himmel und Erde zärtlich zu berühren scheinen…

Das Lied ist aus. Wir halten einen Moment inne, doch die Zeit japst bereits nach Luft und der Zauber des Augenblicks verschwindet. Das Spiel geht weiter, einen Schritt näher zwei zurück. Irgendwann sitzt Du am Rand. Ich will mich selbst dazu überreden, weiterzutanzen, will Dir nicht nachlaufen, Dir nicht zu nahe kommen. Doch der Wunsch nach Nähe ist größer und ich überwinde meinen Stolz, der mir nachschreit, ich müsste mich jagen lassen, die kalte Schulter zeigen.

Ich setze mich zu Dir, lehne mich an dich und Du legst Deinen Arm um mich. Unser Atem gleich sich an, Du hebst mich und lässt mich wieder sinken. Deine Finger berühren sanft meine Hand, ich spiele mit ihnen, lasse sie zwischen meine gleiten, die Berührung raubt mir fast den Verstand. Die Musik spielt Lieder von Liebe, von Nähe, um uns herum wird getanzt, gefeiert und wir sitzen am Rand. Ganz sanft, fast schüchtern und zurückhaltend küsst Du meinen Nacken, alle Grenzen scheinen zu verschwimmen in diesem Augenblick, alles scheint sich im Raum zu verlieren und ich bin nichts mehr als reines Gefühl. Jede Berührung geht ohne Umwege ins Herz, alles wird warm, alles wird weit. Ich würde Dich gern küssen, doch ich weiß, dass das zu weit ginge. Wir beide spüren die Liebe und Verbundenheit und das genügt, es ist ein Geschenk und das wissen wir beide…

Ich spüre, wie Du zurückweichst, wie Du den Abstand zwischen unseren Seelen vergrößerst und ich lasse zu, dass sich das Band wieder löst. Du verabschiedest Dich, wir halten uns nocheinmal fest im Arm, bedanken uns für diesen Augenblick und dann gehen wir beide wieder unserer Wege. Erfüllt von Liebe, weit im Raum, wie die Sterne, die nie zusammen sind und doch gemeinsam strahlen.

Und dann wache ich auf nach einem seltsamen Traum. Und obwohl die Bilder bereits in meiner Erinnerung schwinden bleibt das Gefühl von Liebe und Verbundenheit. Ich erinnere mich an ein goldenes Traumband, das zwei Seelen verband. Und obwohl es nur Trugbilder der Nacht waren, fühle ich mich doch erfüllt und verzaubert. (T)Raumzeit…

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(Warnung der Autorin: Ein langer unpoetischer Text über einen perfekten Tag. Für die sonstigen lyrischen Umschreibungen ist an diesem Tag einfach zu viel passiert, das herausgeschrieben werden muss, das würde sonst ein ganzer Roman werden 😉 )

 

Freitag war einer dieser Tage, die in sich einfach perfekt sind, von Anfang bis zum Ende, das nicht kam. Schon Vormittags bei der Vesseling-Sitzung spürte ich deutlich, dass sich etwas verändert hatte. Die Sitzung war intensiv und ich konnte wahrnehmen, wie sich eine stetige Unsicherheit in ein immer heller loderndes Feuer verwandelte. Doch da dachte ich noch nicht daran, wie schnell sich die Veränderung im Außen zeigen würde…

…Mittag ging rum, ich bekam einen kleinen Texter-Auftrag, setzte mich mit meinem Laptop in ein kleines lauschiges Eck im üppigen Garten und schrieb ein paar Zeilen bis ich irgendwann von einem orange aufleuchtenden Skypefenster überrascht wurde, Noch überraschter war ich von der kurzen Nachricht in der mir ein spezieller Freund verkündete, es sei die letzte Gelegenheit für diesen Monat mit ihm Ausreiten zu gehen. Mein Herz machte Freudensprünge, als ich die Nachricht las…das Einzige was meine Freude trübte, war der Gedanke, dass ich nicht viel Zeit für den „Ausritt“ hatte. Doch als er meinte, eine Stunde würds auch schon tun, sprang ich unter die Dusche und wartete dann auf den unerwarteten Besucher. Allein der Anblick, als er vor meiner Tür stand – mit schwerer Bikerlederjacke und Banditentuch um den Hals – machte den Tag schon nahezu perfekt. Seine blauen Augen blitzen als er mich zu seinem „Pferd“ – einer Harley führte. Ich schwang mich hinter ihm auf den Ledersitz und schlang meine Arme eng um seinen Körper, dann donnerten wir los.  Die Bäume und Wiesen flogen an uns vorbei, die kurvigen Straßen führten uns durch die gewaltige Bergkulisse unserer traumhaften Gegend und ich genoß jeden Augenblick, sog alle Sinneseindrücke in mich auf. Zeitweise schloß ich die Augen und spürte nur die Bewegung, blindes Vertrauen, alles war Eins- unsere Körper, das Motorrad, die Kuven – es gab nur noch das Gefühl für diesen Augenblick…

Sicher setzte er mich wieder Zuhause ab und wir redeten darüber, dass ich sie am Abend vielleicht noch zu einem Fest begleiten würde und verblieben bei einem distanzierten „bis nachher vielleicht“. Ich fuhr zu meiner Sitzung, saß sie ab bis um 10, bevor ich mich wieder bei dem Freund (um die Anonymität zu wahren künftig X genannt)meldete um über die Abendplanung informiert zu werden. Das Fest hatten sie (Also X und ein Freund von ihm, wir nennen ihn kreativerweise fortan Y) sich aus dem Kopf geschlagen und waren statt dessen zu einem Freund (ihn werde ich hier Q nennen, da der name Z bereits vergeben ist) gefahren. Q war aber nicht Zuhause, deswegen beratschlagten sich XY was wir tun könnten, während ich bei der Tankstelle einen Kasten Bier besorgte. Inzwischen waren die beiden zu dem Schluss gekommen, mit Q’s Zustimmung bei ihm Zuhause zu bleiben und sich dort zu betrinken. Also führ ich mit meinem Kasten Bier zu den beiden anderen, frei von Erwartungen was der Abend bringen könnte, da das in dieser Gesellschaft ohnehin nie vorauszusehen ist…

Ich kam in dem kleinen Paradis im Nirgendwo an und stellte zu meiner großen Freude fest, dass Z’s Auto in der Einfahrt stand, mit ihm hatte ich nicht gerechnet. Mit überraschter miene begrüßte er mich. Der Kronkorken sprang davon und ich genoß die kalten Schlucke Bier, die meine Kehle hinunterrannen.Wir redeten, tranken, genossen die Stille und X entfachte irgendwann voller Aktionismus ein großes Feuer. Ab da war der Abend schon fast zu perfekt. Wir saßen Biertrinkend am großen lodernden Lagerfeuer unterm klaren Sternenhimmel. Ich und 3 Männer – nette, atraktive Männer – es könnte kaum schöner sein…also fast nicht. X saß im Liegestuhl und ich durfte mit ansehen, wie er einen großen lodernden Holzscheit aus dem Feuer zog und sich damit lässig seine Zigarette anzündete…ich schmolz mal wieder dahin bei seinem Anblick, er würde immer mein Krieger bleiben und ich speicherte das Bild tief in meiner internen Festplatte ab. Ich bedankte mich bei ihm für diesen Moment, der für sich schon perfekt war. Irgendwann wankte dann Q daher. Man sah einen großen Schemen mit Dreads auf das Feuer zuwanken und auch dieser Moment landete wie so viele in meinem Speicher.Ich, allein mit vier netten Männern, der Abend war perfekt…eine Sternschnuppe schoß über den Himmel, und ich wünschte mir, dass dieser Abend noch lange andauern sollte. Z saß neben mir und wir redeten lange, ich genoß es, ihm endlich einmal so nahe zu sein. Ab und zu berührten sich unsere Knie oder Ellbogen und bei jeder Berührung schoß mir ein wohliger Schauer durch den Körper. Er wollte schon lange gehen, da er am nächsten Tag arbeiten musste, doch nach ein paar Stunden saß er zu meiner Freude immer noch neben mir. Meine Nachbarn zu meiner anderen Seite wechselten immer wieder und auch deren Gesellschaft genoß ich sehr. Besonders als ich zwischen X und Z saß wurde mir warm…zwei der attraktivsten und anziehendsten Männer in meinem Umfeld saßen rechts und links von mir. ich spürte ihre Wärme, hörte ihren Atem, blickte in ihre funkelnden Augen und doch waren sie noch zu weit weg in diesem Moment…doch es war perfekt. Ich weiß micht wie oft ich an diesem Abend dachte, dass der Abend einfach perfekt war und wie dankbar ich für dieses Geschenk war…Nach und nach würde meine Gesellschaft müde und Y und Q legten sich als erste schlafen. Mit X und Z trank ich noch einige Biere und ich fragte mich, wer von beiden wohl länger aushalten würde und wen ich an diesem Abend denn vielleicht noch küssen würde…

Irgendwann ging X auch fort und kehrte nicht mehr zurück. Nun waren wir nur noch zu zweit…Z, der eigentlich schon vor vier Stunden schlafen wollte, saß immer noch neben mir und wir starrten gemeinsam ins Feuer und fröstelten ein wenig, da es draußen – außerhalb unserer Decken – so kalt war, dass unser Atem Rauch schlug. Obwohl er ständig den Anschein erweckte, als wollte er gleich gehen, hielten wir das Feuer in Brand und er war immer noch da. Wir setzten uns auf den Boden und ich lud ihn ein, sich mit unter meine Decke zu gesellen, als er schlotternd vom Holznachlegen ankam. Wir rutschten immer näher…jetzt schon sehr nahe, aber trotzdem noch distanziert. Die Körperwärme von der Seite war angenehm und machte Lust auf mehr. Die ganze Zeit schoß mir durch den Kopf, wie es wäre ihn zu küssen, doch ich wagte es nicht, ihn anzusehen…da kam die nächste Sternschnuppe und ich wünschte mir, dass ich ihn an diesem Abend noch küssen würde. Der Himmel wurde schon heller und immer noch saßen wir nebeneinander da. Er sagte wie schön es hier sei – mit mir – und ich dachte mir nur „verdammt jetzt küss mich doch endlich“, doch er bewegte sich nicht. Ich rutschte näher, legte meinen Kopf auf seine Schulter und meine Herz hüpfte, als ich spürte wie er langsam in ganz kleinen, kaum merklichen Bewegungen meinen Arm streichelte. Ich legte meinen Arm um ihn und streichelte seine Brust, auch in ganz kleinen zögerlichen Bewegungen. Der Abend wurde immer perfekter… Alles in mir wollte ihn küssen, seine Lippen schmecken, seinen Atem spüren…izwischen lagen wir schon Kopf an Kopf aneinander und genossen die schüchterne Nähe. Irgendwann überwand ich mich dann und tat, was ich noch nie getan hatte – ich machte den ersten Schritt. Ich wollte seinen Kopf sanft mit meiner Hand zu mir drehen und ihn küssen, doch da zögerte er plötzlich und wich ein wenig zurück. Ihn plagte sein Gewissen, weil ich die Freundin von einem Kumpel war und für ihn das irgendwie nicht in Ordnung war…ich meinte das sei schon ok, es sei ja so auch schon ein mehr als perfekter Abend. Als er meinte, er wolle ja und ich ihn daraufhin fragte, warum er es dann nicht tat, küsste ich ihn erneut, diesmal ohne Gegenwehr und unsere Lippen suchten gierig nacheinander. Als wollte wir uns gegenseitig aufatmen und den Augenblick verschlingen küssten wir uns, feurig wild, sanft, behutsam, leidenschaftlich…ich brannte, mein ganzer Körper war wie Feuer, meine Lippen brannten, mein Kopf, meine Gedanken…alles loderte. Der Morgen brach an, die Vögel sangen, Nebel zog übers Feld, über das sich ein silbriger Feuerball erhob, während wir eng umschlungen auf der Erde am Feuer lagen – Dreck- und Rußverschmiert –  und nicht aufhören konnten, uns zu küssen. Ich wusste nicht, ob uns die anderen sehen konnten, aber es war mir in diesem Moment auch egal…das Feuer muß brennen, dachte ich. Es war so unwirklich, so schön, so intensiv, dass es mir vorkam wie ein Traum und ich hatte Angst vor dem Aufwachen. Doch wenn man nicht schläft muss man das Aufwachen auch nicht fürchten…es war halb sieben, ich musste gleich zu Hause sein…wir küssten uns wie Süchtige, die noch einen letzten Zug (und noch einen und noch einen…)  nehmen wollten, bevor sie wieder in den Entzug mussten. Immer noch vom inneren Feuer gewärmt küsste ich ihn ein letztes Mal, bevor ich ohne mich ein weiteres mal umzudrehen ins Auto stieg und davonfuhr, nach einer durchwachten Nacht…am Lagerfeuer…unterm Sternenhimmel…allein mit vier netten Männern…und einer von ihnen machte den Abend zu einem der allerschönsten, die ich je hatte…obwohl dazu alle ihren Teil beigetragen hatten. Mit einer großen gefüllten Schatzkiste an Augenblicken führ ich in das restliche Wochenende und verliere mich jetzt noch in der Traumwelt, wenn ich die Schatzkiste an Erinnerungen öffne und den Duft einsauge…

Zu schön um wahr zu sein? Vielleicht war es ja doch nur ein Traum, doch ich schwebe noch ein wenig weiter, in der Traumseifenblase…ein perfekter Tag…

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Ich wache auf und spüre deinen gleichmäßigen Atem an meinem Hals. Für einen Augenblick glaube ich, ich bin noch in einem Traum gefangen und dein Bild zerplatz jeden Moment in tausende Traumseifenblasen. Ich habe versucht die Hoffnung aufzugeben, nicht auch nur den kleinsten Hauch eines hoffnungsvollen Gedankens zu verspüren. Doch die Wege die uns das Leben führt, sind oft unergründlich und unvorhersehbar…

Du öffnest die Augen und blickst mich an, als wärst du gerade aus einem Jahrhundertelangen schlaf aufgewacht, ein dankbarer, hoffnungsvoller, aber leicht verhaltener Blick. Und wieder hält die Welt gebannt den Atem an, während sich unsere Seelenbänder schüchtern umeinander schlingen und die Herzen wieder zum Leuchten bringen. So war es doch nur ein Alptraum, aus dem ich letzten Endes doch noch rechtzeitig aufgewacht bin,  bevor ich mich ganz darin verirren konnte. Wir haben noch diese zweite Chance, ein Neubeginn für die Liebe, für uns, für das Leben. Ich sehe dich und erkenne mich in deinen Augen wieder. Mach nicht wieder die Augen zu!

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Als deine Lippen meine sanft berührten,
da hielt die Welt gebannt den Atem an.
Der Bach schwieg still und auch die Bäume spürten,
dass etwas Großes seinen Anfang nahm.
 
Da tanzten unsere Seelen unter Sternen,
und sahen wie der Mond das Wasser küsst.
Gemeinsam wollten wir das Fliegen lernen
und glaubten, dass es Schicksal sein müsst.
 
Voll Liebe reichte ich dir meine Hände
und konnte tief in deine Seele sehen.
Doch plötzlich prallte ich an kalte Wände
und spürte dich aus unsrer Welt entfliehn.
 
Ich sehne mich nach dir und deine Wärme
erfüllt noch immer meinen leeren Raum.
Die Seele weilt noch bei dir in der Ferne
und wartet aufs Erwachen aus dem Traum.
 
Die Liebe bleibt, du bist in meinem Herzen,
ich kann das Licht um unsere Seelen spürn.
Bringt auch die Liebe noch so große Schmerzen,
nur sie kann mich den Weg des Glückes führen.

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„Es ist nicht wichtig ob du verrückt bist, oder nicht“, brummte die Lady auf der Liege unter ihrem tief über die Stirn gezogenen Strohhut hervor. „Du selbst musst du sein, darauf kommt es an. Wenn du verrückt bist, musst du es akzeptieren, so ist das nunmal. Und wer will denn schon normal sein? Und die meisten „Normalen“, die dich verächtlich anschauen weil du nicht bist wie sie, sind doch insgeheim nur neidisch, weil sie sich nicht trauen ein bisschen verrückter zu sein. Glaub mir, Schätzchen, eine Prise Verrücktheit macht das Leben doch erst lebenswert und interessant. Eigentlich sind doch die Normalen die Verrückten, wenn man es genau nimmt!“ Mit einer beiläufigen Handbewegung, ohne sich aus ihrem Liegestuhl aufzurichten, winkte mich die Lady weiter und deutete mir die Richtung, in die ich gehen sollte. Ich wanderte weiter, durch die goldene Nebelwelt, die bizarre Strukturen aufsteigen ließ und kam schließlich zu einer kristallenen Höhle. Mein Geistführer, ein außerordentlich kleiner Lilliputaner, der mir nicht einmal bis zur Hüfte reichte, grinste mich breit an und streckte mir die Hand hin. Ich ließ mich von ihm durch den schimmernden Höhlengang führen, der von einem einem immer wärmeren, gleißenderen Licht erfüllt wurde. Dann betraten wir die lichtdurchflutete Säulenhalle. Fein gewundene Säulen aus strahlendem Licht wuchsen in den Himmel und verschwanden im Irgendwo. Sie bildeten einen Kreis und säumten ein Becken aus kristallklarem Wasser, das im goldenen Licht schimmerte und davon durchdrungen war. Der Geistführer führte mich zum Becken und bedeutete mir hineinzusehen. Ich ließ meinen Blick über das strahlende Wasser gleiten und wartete, dass etwas geschehen würde. Ich versuchte, etwas im Wasser zu erkennen, doch außer dem beständigen Glitzern und Schimmern konnte ich nichts wahrnehmen. Eine Zeit lang blickte ich so auf das Wasser, ohne dass sich etwas rührte, bis plötzlich ein Bild vor meinem inneren Auge auf der Wasseroberfläche auftauchte- Ich sah das Meer, die stürmische See, haushohe Wellen und wütende Gischt. In dem aufgewühlten Wasser trieb ein Boot. Wie ein Spielzeugboot wurde es von den Wellen hin und hergeschleudert, doch es sank nicht. Es überließ sich ganz den Fluten, ließ sich treiben… „Dein Geist ist wie die See“, piepste mein Geistführer von unten herauf, fischte das Boot aus dem Wasser und gab es mir in die Hand. Ich betrachtete es liebevoll und lächelte, während ich die Worte auf mich wirken ließ. Die Seele der See-mal ruhig und klar, mal zornig, aufgewühlt und gefährlich, voll unzähliger Geheimnisse, die für die meisten für immer unsichtbar blieben. Ein interessantes, starkes Bild und doch nicht das, was ich mir erwartet hatte…

Ich verabschiedete mich von meinem kleinen Geistführer und bedankte mich. Dann wandte ich mich um, es war wieder an der Zeit, diese Welt zu verlassen. Ich kam wieder bei der Lady vorbei, die immer noch unverändert auf ihrem Liegestuhl lag. Ich wollte sie nicht wecken und ging an ihr vorbei auf das Nebeltor zu. Als ich gerade durch den Bogen schreiten und mich wieder auf den Weg nach Unten machen wollte, bellte plötzlich die kehlige Stimme der Frau unter dem Strohhut hervor: „Nicht jeder ist eine Blumenwiese, Schätzchen!“ Dann lachte sie und winkte mir zum Abschied, bevor sich die goldene Nebelwelt in strahlende Lichtfäden auflöste und verschwand.

Ich lächelte, denn ich hatte wieder etwas Bedeutendes verstanden, auf meiner wundersamen Reise…

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Manchmal kommt mir das Leben vor, wie ein verklärter Traum. Ich sehe die Gesichter der Menschen wie durch ein Fenster, höre ihre Stimmen wie von fern, die Farben der Welt sind gehüllt in den schillernden Schleier einer Traumseifenblase. Das Leben ist ein Traum, einer dieser Träume, aus denen man immer wieder glaubt aufzuwachen, nur um dann, nach einiger Zeit festzustellen, dass man doch immer noch geträumt hat…und es ist ein wunderbares Gefühl, ein leicht und bestärkend.

Mir war danach, mal wieder hierher zurückzukehren – nicht um Zuflucht zu suchen, nur um mal wieder einen kleinen Zettel mit lieben Grüßen in dem verlassenen Haus zurückzulassen.

Es geht mir gut da draußen, im Leben 1.0 – in diesem schönsten aller Träume. Ich habe mich verändert, bin stärker geworden und verletzlicher, mutiger und sanfter, ich habe meine Kraft wieder gefunden, die von meiner Schwäche genährt wird. Viele Dinge sind passiert, die ich nie für möglich gehalten hätte, mir nur im „Traum“ zugetraut hätte. Vieles, bei dem sich davor meine gesellschaftlich Vernunft eingeschaltet hätte und mich mit einem Ausspruch wie „So etwas gehört sich doch nicht, sei doch mal vernünftig!“ zurecht gewiesen und versucht hätte, mich von meinem Tun abzubringen. Aber diese Vernunft hat nicht mehr die Oberhand, der Baucht schmunzelt nur ein bisschen, bei ihren unzähligen Sorgen, nur um ihr dann zu beweisen, dass alles gut ist, so ist, wie es ist, dass man einfach SEIN darf und nicht jeden Schritt, jedes Wort hinterfragen muss. Wenn man nach dem Herzen handelt, wie kann es da ein Richtig und Falsch geben? Alles ist gut, alles darf sein, ich darf sein, ich darf leben, ich darf lieben, ich darf handeln ohne mir davor oder danach den Kopf zu zerbrechen. Ich habe aufgehört alle meine Handlungen und Entscheidungen zu hinterfragen und ich habe endlich begonnen, auf mich selbst zu vertrauen, mich selbst zu lieben und schätzen, mir selbst zu glauben, dass ich auch von anderen geliebt und geschätzt werde. Schon seltsam, was manchmal nötig ist, um diese Lektion zu lernen…das Leben ist ein Traum, und in einem Traum darf alles sein…ein ziemlich verrückter Traum…

So, dann werde ich mich mal wieder auf die Weiterreise machen, es gibt noch so viel zu entdecken und zu erleben, in der Welt da draußen 😉

Alles Liebe!

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broken wings

Das war es nun also, ich habe nun die Bestätigung für etwas, was ich schon länger vermutet/ befürchtet hatte. Und es tut so schrecklich weh, mein Herz krampft sich schmerzhaft zusammen und ich fühle, dass ich einen kleinen Teil davon verloren habe. Ich weiß, dass ich ihn irgendwann zurückbekommen werde, diesen verlorenen Teil, irgendjemand wird die Lücken füllen…bestimmt, hoffentlich…aber im Augenblick sind meine neu gewachsenen Flügel gebrochen, der Schmerz macht mich bewegungsunfähig. Ich habe von Anfang an geglaubt, dass es nie etwas werden wird…vielleicht hat es auch gerade deswegen nie funktioniert. Aber das Wissen, dass es nun wirklich vorbei ist ist schmerzhaft, das Herz vergisst nicht und es kann auch nicht einfach aufhören zu lieben…verloren, aufgewacht aus dem Traum, unsanft aus dem Schlaf gerissen und süße Träume verblassen zu unvollständigen Erinnerungsfetzen. Seit dieser Blog existiert, habe ich geträumt, den gleichen Traum, immer wieder…er gab mir neue Kraft, neuen Lebensmut, die Hoffnung, dass irgendwann alles gut wird. Jetzt bin ich aufgewacht, und habe Angst, wie mein Leben weitergehen wird, ohne diesen Traum…es wird sich vieles ändern, zum Guten oder zum Schlechten wird sich dann schon noch herausstellen. Es hat alles seinen Sinn, die Wunden heilen und übrig bleiben ein paar feine Narben, Erinnerungen an Träume, an Hoffnungen, an Enttäuschung, doch genau diese Narben zeichnen uns, sind Teil unseres Körpers…ich werde eine zeitlang nicht fliegen, doch meine Flügel werden heilen und ich werde mich stolz und frei in die Lüfte erheben, auf der Suche nach neuen Träumen, die vielleicht irgendwann wahr werden….

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