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Posts Tagged ‘Abstand’

Du liegst vor mir, die Augen geschlossen, dein Atem ruhig und gleichmäßig. Ich schaue dich an und lächle, du siehst so friedlich aus, so entspannt und zufrieden. Meine Hände wandern über deinen Rücken, deinen Nacken, deinen Kopf, die Arme… ich spüre deine warme Haut unter meinen Händen, meine Finger wandern die Linien ab, suchen sich ihren Weg über deinen Körper. Ich fühle die Muskeln, die Energieströme, die deinen Körper durchfließen und ich genieße es, dir so nah sein zu können. Und wieder sind wir uns so nah und doch kann ich die Entfernung zwischen unseren Seelen nicht überbrücken. Ich frage mich, was in dir vorgeht, wenn ich dich so berühre, denn jede Berührung hinterlässt ihre Spuren. Ich frage mich, ob ich nur über die Oberfläche streiche, oder ob etwas nach innen dringt, sich etwas in deiner Seele rührt . Ganz selbstverständlich wandern meine Hände über dich, ertasten dich…doch als es dann vorbei ist, fahren wir wieder unsere Schutzvorrichtungen aus und die Nähe rückt wieder in weite Ferne. Ich bin gespannt, ob wir diesen Abstand irgendwann einmal verringern wollen oder nicht, es wird sich zeigen. Doch es ist gut so, denn man kann jemanden ja auch mit etwas Abstand gerne haben…

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Ich stelle den Motor ab, schalte das Licht aus und muss noch einen Moment im Auto sitze bleiben – atmen, das ist die Lösung – und dem glühenden Kopf noch einen Moment lassen um ein bisschen zu lüften und abzukühlen. Ich spüre meinen Herzschlag bis in die zugeschnürte Kehle, dabei frage ich mich, warum ich denn überhaupt so aufgeregt bin? Diese Unsicherheit ist es, das Nicht-Wissen worauf ich mich einlasse, was auf mich zukommt. Normalerweise plane ich, weiß was ich will, bereite ich vor und hab alles mehr oder weniger unter Kontrolle, Sicherheit! Und diesmal? Alles anders, weder mein Kopf, noch mein Bauch wissen Antwort und meinen nur „Du wirst schon sehen!“…na wunderbar! Der Atem ist wieder ruhig, das Klopfen in einem halbwegs normalem Rhythmus, dann gebe ich mir einen Ruck, öffne die Autotür (bleibe hängen, weil ich vergessen habe mich abzuschnallen) und schlendere grinsend zur Haustür. Dann ein Anruf, eine kurze Begrüßung und ein seltsames Gefühl, als ich die Treppen hinaufsteige. Ich packe meine Sachen aus und mache es mir auf  dem einzigen Sessel in dem kleinen Raum bequem, während er noch ein paar Hausmännischen Pflichten nachgeht. Ich frage mich, warum er mir so selten in die Augen sieht. Ich würde ihm so gerne lange in die Augen blicken können – die schönsten Augen die ich je gesehen habe – und ein bisschen in den Seelenlabyrinthen abtauchen, aber es reicht immer nur für einen kurzen Augenblick. Wir reden nicht viel, schauen Filme an, kommentieren ab und zu ein wenig, trinken, schlafen ein, wachen auf…immer mit einem großen Sicherheitsabstand. Wir sind Fremde…Ich frage mich, warum wir jetzt gemeinsam hier sitzen…wir haben uns noch nicht oft gesehen, drei Mal bis jetzt und oft bis in die Nacht geschrieben. Chatten ist ein Segen und ein Fluch zugleich – die Distanz wird für diese Zeit aufgehoben und andere Geister sprechen miteinander, in den meisten Fällen entsteht die Kluft aber sofort wieder, sobald man sich dann gegenüber steht…Die Distanz stört mich, aber ich weiß nicht, wie ich sie überwinden kann, und weiß nicht einmal, ob ich sie überhaupt wirklich überwinden will. Denn dann stellt sich die Frage: Was dann?

Wir legen uns hin, nebeneinander unter einer Decke – physischer abstand: 5 Zentimeter, psychischer Abstand: eine unüberwindbare Schlucht…ich kann nicht schlafen, höre seinen Atem, spüre wie ich meinen anpasse…ich stelle mir vor, wie es wäre ihn zu küssen, meinen Kopf auf seine Schulter zu legen, aber der Weg von meinen Lippen zu seinen scheint eine unüberwindbare Distanz zu sein. Aber man wird ja wohl noch träumen dürfen! Ich wäre sowieso viel zu feige. Aber ich genieße es einfach jetzt, in diesem Augenblick hier zu liegen, allein zu zweit…

Am nächsten Morgen Nachmittag bin ich auch noch nicht klüger als davor. Die Stimmung ist entspannt distanziert, fremd und doch irgendwie nah. Ich würde am liebsten den ganzen Tag da bleiben, einfach gemeinsam nichts tun, aber der Kopf sagt ich muss gehn und ihm seine Ruhe lassen. Vielleicht sind unsere Mauern auch einfach zu dick, um einen gemeinsamen Raum zu ermöglichen, ich würde mir gerne mit dem Vorschlaghammer daran zu schaffen machen…

Und zurück bleibt ein großes Fragezeichen und noch weniger Klarheit darüber, was ich eigentlich will. Ich will wissen was es ist, dass uns zueinander zieht, das uns so plötzlich verbindet obwohl wir so verschieden sind. Ich würde es so gerne wissen und verstehen, aber vermutlich muss ich es selbst herausfinden und irgendwo in mir nach der Klarheit graben…gar nicht so einfach, bei meinem Kopfchaos. Aber es lenkt wenigstens ab und lässt Raum für Träume…die haben wir ja besonders gern, die Träume 😉

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Ich liebe diese Stadt, dass wird mir mir in letzter Zeit immer öfters bewusst. Ich liebe sie, mit ihren Gassen und Brücken, den großen, barocken Prachtbauten, dem Fluss, den Bergen, der Festung, die majestätisch über allem trohnt…mag diese Stadt noch so versnobbt sein, ich geniesse jedes Mal wieder diesen Zauber, der für mich über den Gemäuern liegt. Heute war ich wieder auf dem Berg, meinem Berg, meinem Reich, mit seinen kleinen Waldwegen und dem gefallenen Laub, dass den Boden mit einer rot-goldenen Schicht bedeckt. Natürlich ist es jedermanns Berg, doch es ist mein Ort der Ruhe, an dem ich ein bisschen Abstand gewinnen kann. Es tut mir immer gut, wenn ich ein bisschen nach oben gehe, auf einem Hügel, einen Berg…man sieht die Dinge von Oben, mit Abstand…vieles ist oft klarer und verständlicher. Der Blick war unglaublich, die Berge strahlten in einem unwirklichen goldenen Licht, hervorgerufen durch den Schleier aus Dunst, in den sie gehüllt waren. Innehalten, atmen, sehen, träumen, fliegen…ganz weit weg von dem Wahnsinn des Alltags…einen Moment voll uneingeschränkter Freiheit, ohne Zwänge und Erwartungen.

Ich bin eine Suchende, eine ewig Reisende… woher weiß man, wann man angekommen ist?

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Ich glaube ich habe dich verloren, noch bevor ich Gelegenheit hatte, dich wirklich kennenzulernen. Es gab eine Zeit, da glaubte ich daran, dass wir uns ähnlich sind, dass wir uns nahe stehen, obwohl wir uns nur flüchtig kannten. Ich spürte eine Verbindung zwischen unseren Seelen, fühlte mich zu dir hingezogen, hatte wieder Hoffnung, dass ich irgendwann jemanden finde, mit dem ich träumen und leben kann.

Von dieser Nähe und Verbundenheit ist nichts mehr zu spüren, ein breiter Spalt ist zwischen uns, dessen Tiefe nicht abzuschätzen ist. Wir verhalten uns sachlich, distanziert, diese Wärme, die von dir ausging ist von einem Tag auf den anderen verschwunden! Ich frage mich, was wohl passiert ist, was mit dir geschehen ist, oder ob ich gar selber Schuld bin…

Die Antwort wirst du mir wohl schuldig bleiben, denn du stehst auf der anderen Seite des Abgrunds und du kannst den traurigen, fragenden Blick in meinen Augen von dort drüben nicht erkennen…

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