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Posts Tagged ‘Seele’

Gestern war so ein Abend, der in meiner Seele wieder lang verborgne Träume und Sehnsüchte weckte. Die Musik bei diesem wunderbaren Konzert weckte mich aus meinem traumlosen Schlaf, ließ das Herz tanzen, die Seele fliegen und erinnerte mich wieder an die verschleierten Zwischenwelten, in die ich mich schon lange nicht mehr geflüchtet hatte. Ich erinnerte mich wieder an die Träume, die mich früher in weite Ferne trugen, weg vom Alltag, tief hinein in die Seelenlabyrinthe der verzauberten Waldreiche und Auen. Ich jagte mit den Falken durch die Winde, ritt auf Wolkendrachen, pflückte Sterne vom Himmel, tanze mit Elfen auf tauschweren Lichtungen, folgte den Flötenklängen des Pan, schlief in dem Armen alter Bäume und wachte auf, vom Lachen der Blätter geweckt…Ich hatte das Träumen verlernt. Oder besser gesagt traute ich mich nicht mehr zu träumen, denn mit jedem Traum verstärkte sich die Sehnsucht, dass sie doch Wirklichkeit werden mögen. Jeder Traum machte das trübe Dasein in der „echten“ Welt (was auch immer man als die echte Welt bezeichnen mag) ein bisschen trister und trostloser.

Doch so funktioniert das mit dem Zaubern eben nicht – man kann sich nicht in andere Welten zaubern – man muss erkennen, dass sie immer schon hier waren, dass es nie eine Trennung zwischen den Welten gegeben hat, dass man diese Wunderwelten immer im eigenen Herzen trägt. Und öffnet man dann Herz und Seele, sieht man sie plötzlich, die Wolkendrachen, die Waldelfen und Wurzelgnome, die sich hinter knorrigen Bäumen verstecken. Dann hört man plötzlich den leisen Gesang der Wassernymphen (den man zuvor für bloßes Bachgeplätscher gehalten hat) und das Fauchen der Windreiter, die unermüdlich durch die Lande jagen. Dann sieht man wieder, dass der Himmel einem das schönste Geschenk macht, wenn er gefrorene Sterne zum Boden rieseln lässt, jede kleinste Schneeflocke das größte, vollendete Kunstwerk. Und man hört, wie die Erde wohlig aufatmet, als die weiße Decke über sie gelegt wird und sie sanft umhüllt. Dann schließt sie die Augen und lächelt, denn auch sie will einmal Zeit zu träumen…

…und auf einmal kann ich es wieder, das Träumen. Doch es sind keine trügerischen Traumseifenblasen, die platzen sobald sie die Sonne sehen. D i e s e  Träume sind nur das wache Auge des Herzens, das den Zauber des Lebens wieder sehen will…

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Zeit um mal wieder die Worte anderer sprechen zu lassen…

WIE MEINE TRÄUME NACH DIR SCHREIN

Wie meine Träume nach dir schrein.
Wir sind uns mühsam fremd geworden,
jetzt will es mir die Seele morden,
dies arme, bange Einsamsein.

Kein Hoffen, das die Segel bauscht.
Nur diese weite, weiße Stille,
in die mein tatenloser Wille
in atemlosem Bangen lauscht.

Rainer Maria Rilke

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