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Posts Tagged ‘Farben’

Der Herbst besticht durch eine unglaubliche Farbgewalt. Farbenmeer ist gar kein Ausdruck für die bunte Pracht aus flammend roten und goldenen Blättern, die sich scharf gegen das triste Grau des Abendhimmels absetzen. Der Wald steht in Flammen, die Baumkronen scheinen Feuer gefangen zu haben. Die Blätter lodern im Abendlicht wie hungrige Glut, zögern die frühe Dunkelheit des Herbstes noch für einen Augenblick hinaus.

Ich kann nicht umhin, jedesmal wieder den Atem anzuhalten, beim Anblick diese Farbspiels. Die zarten Übergänge, vom tiefen Grün der Tannen über dunkles Rot, bis hin zu leuchtendem Gold…es ist als hätte ein übermotivierter Maler ein bisschen zu energisch den Pinsel geschwungen und dabei ein wenig zu kräftige Farben verwendet, so unwirklich wirken die bunten Waldränder und betupften Berge. Jedesmal wieder entwischt mir ein: „Oh, schau mal, wie wunderschön, dieser Baum…einfach unglaublich, nicht wahr?“ Und jedesmal wieder ist es mir unverständlich, wenn ich nur ein verständisloses  „Hmpf…“ als Antwort bekomme. Wie kann einem diese Farbpracht nicht ins Herz gehen, die warmen Farben der Blätter, das prächtige Gewand der Bäume nicht die Seele streicheln und einem ein Lächeln auf die Lippen zaubern? Gerade im Herbst, wo einem die kalten Winde um die Ohren pfeiffen, man den Schal eng um den Hals schlingt und ein trüber Dunstschleier das ganze Land zu verschlingen scheint, wie kann man beim Anblick der Sonne, die einen einsamen Baum plötzlich leuchten und die Berge lodern lässt, nicht für einen Augenblick innehalten, und die ganze Schönheit des Herbstes einatmen und tief in sich aufnehmen?

Ich spaziere über den Teppich aus trockenem Laub, wirbele die Blätter auf, strecke die Nase in die Luft und sauge den modrigen Geruch von fauligem Laub in mich ein. Ich beobachte die Blätter, wie sie im Winde tanzen und spielerisch zu Boden kreisen, lausche auf das leise Flüstern des Windes, der zitternden Zweige und tanzenden Blätter, und ich lächle, weil in allem ein bisschen Magie steckt und ich den leisen Zauber der Welt wieder spüren kann…

Ich weiß nicht wie ihr das macht, aber ich sammle Farben für den Winter 🙂

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Vielleicht sollte ich aufhören, traurige Musik zu hören, wenn es mir schlecht geht. Aber irgendwie brauche ich das, um in meinem Leid zu versinken, mich ein bisschen in Selbstmitleid zu baden, damit es mir danach wieder besser geht. Sozusagen ein Moment voll zart-bitterer Melancholie.

Vielleicht sollte ich auch mal das Theme meines Blogs wechseln, ich dachte an etwas helleres, freundlicheres statt diesem schwarzen, tristen Hintergrund, der leider nur zu gut mein Inneres widerspiegelt. Vielleicht täte ein bisschen Veränderung ganz gut, ich weiß es nicht…Aber mal ehrlich, macht es wirklich so viel Unterschied, ob ich jetzt einen weißen, oder einen schwarzen Hintergrund habe? Ändert das so viel an meinem Gemütszustand? Hilft es irgendetwas, wenn ich fröhliche Musik höre, wenn es mir richtig dreckig geht? Irgendwie sind das doch auch alles nur Wege, mit denen man versucht sich eine andere Wirklichkeit vorzugaukeln und sich selbst und anderen etwas vorzumachen.

Schwarze Worte auf weißem Hintergrund, na ist doch wunderbar! ich könnte auf einem herrlich hellen Hintergrund mit Gänseblümchen von den Abgründen meiner Seele schreiben, meinen Leiden und Sorgen… vielleicht sollte ich es mal probieren, ich bin ja ein fan von Ironie. Einen Versuch wäre es wert 😉

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