Der Panther (R.M.Rilke)
Sein Blick ist vom vorüber gehn der Stäbe
so müd geworden,dass er nichts mehr hält
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Sein weicher Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur einmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf, dann geht ein Bild hinein
Geht durch der Glieder angespannte Stille
und hört im Herzen auf zu sein.

Mein Lieblingsgedcht! Wie oft habe ich es gehört und gelesen…
Ich sehe ihn immer vor mir, wie er betäubt und trotz allem voller Kraft und Grazie seine Schritte setzt.
Tausend Stäbe und nirgendwo die Welt. Für eine Sekunde ein Blick
und sofort wieder ins Herz zurück. Da ist nicht mehr – keine Welt existiert mehr. Nur das Schreiten ist geblieben… bis zum Ende
Ja, diese Gedicht gehört zu meinen absoluten Lieblingsgedichten, wobei ich Rilke ohnehin sehr gerne mag. Er hat so eine wunderbare Sprache und erschafft Bilder, die einen ins Herz treffen und zutiefst berühren.Ein fanstastisches Gedicht, aber dabei krampft sich mein Herz immer zusammen und ich möchte weinen, wegen diesem wunderbaren Tier, das dort hinter den Gitterstäben gefangen ist und so seiner Würde beraubt wird…